Europäischer Fußball beschließt Verhaltenskodex zu Integritätsfragen

Das UEFA-Exekutivkomitee hat einen Verhaltenskodex genehmigt, der höchste Verhaltensstandards für die Organisation, Durchführung und Leitung von Fußballspielen bezweckt.

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044 - Fußballbehörden begrüßen zudem Konvention des Europarates

Das UEFA-Exekutivkomitee hat heute einen Verhaltenskodex, der Grundsätze für Spieler, Schiedsrichter, Klubs und andere Offizielle im Bereich der Integrität des Fußballs festlegt, genehmigt. Das Ziel besteht darin, höchste Verhaltensstandards für die Organisation, Durchführung und Leitung zu fördern.

Nach der Genehmigung des gemeinsamen Positionspapiers durch den Strategischen Beirat für Berufsfußball (SBBF) und das UEFA-Exekutivkomitee im März 2013 sowie der Verabschiedung der Resolution „Der europäische Fußball vereint für die Integrität des Spiels“ anlässlich des letzten UEFA-Kongresses wurde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der UEFA und der SBBF-Parteien Europäische Klubvereinigung (ECA), Verein der europäischen Berufsfußballligen (EPFL) und FIFPro Division Europe eingesetzt.

Diese Arbeitsgruppe hatte insbesondere die Aufgabe, eine effiziente Koordinierung der Aktivitäten der verschiedenen Akteure des Profifußballs sicherzustellen, wozu unter anderem die Umsetzung des aus dem gemeinsamen SBBF-Positionspapier hervorgegangenen Aktionsplans zählte. Eines der Ziele dieses Aktionsplans bestand darin, einen Verhaltenskodex zu Integritätsfragen für alle Akteure des europäischen Fußballs (z.B. Spieler, Schiedsrichter, Trainer, Vereinsoffizielle, Administratoren und Wettbewerbsveranstalter auf europäischer und nationaler Ebene) zu erarbeiten.

Der Verhaltenskodex „Protect our game!“ (Schützt unseren Sport!) ist das Ergebnis der Gespräche innerhalb der Arbeitsgruppe und wurde von allen vier Präsidenten (UEFA, ECA, EPFL und FIFPro Division Europe) bei der letzten Sitzung des SBBF am 9. September 2014 unterzeichnet. Er wird auch Vorbildcharakter für Verhaltenskodizes auf nationaler Ebene haben und zeigt, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen den Interessenträgern positive Ergebnisse zeitigen kann.

Zudem begrüßten die Interessengruppen des europäischen Fußballs und das UEFA-Exekutivkomitee die neue Konvention des Europarates gegen Spielmanipulationen, die heute in Magglingen, Schweiz unterzeichnet wurde.

Die europäischen Sportminister kamen in Magglingen zusammen, um Maßnahmen zur Prävention, Aufdeckung und straf- sowie disziplinarrechtlichen Verfolgung der Manipulation von Sportwettbewerben zu besprechen und die internationale Zusammenarbeit zwischen den zuständigen öffentlichen Behörden und den Sportorganisationen sowie den Anbietern von Sportwetten zu verstärken.

Die Länder, welche diese Konvention unterzeichnen, verpflichten sich insbesondere dazu, strafrechtlich gegen die Manipulation von Sportwettbewerben vorzugehen.

UEFA-Präsident Michel Platini äußerte sich folgendermaßen zu diesem Thema: „Wir freuen uns, dass dank der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit den wichtigsten Interessenträgern der Fußballfamilie – ECA, EPFL und FIFPro – ein Verhaltenskodex zum Schutz der Integrität verabschiedet werden konnte.“

„Wir freuen uns auch, dass die Ratifizierung der Konvention gegen Spielmanipulationen begonnen hat und dass die Manipulation von Spielen künftig als Straftat erachtet wird.“

Der ECA-Vorsitzende Karl-Heinz Rummenigge fügte hinzu: „Gemeinsam mit den öffentlichen Behörden und den verschiedenen Akteuren der Fußballfamilie werden wir dieses Übel aus dem Fußball verbannen.“

Der Vorsitzende der EPFL, Frédéric Thiriez, sagte zum Verhaltenskodex:
„Die europäischen Ligen verschreiben sich voll und ganz dem Schutz der Integrität der nationalen Wettbewerbe. Die Grundsätze dieses gemeinsamen Verhaltenskodex werden unsere Ligen und Klubs weiter darin unterstützen, das Bewusstsein auf nationaler Ebene zu stärken.“

Der Präsident der FIFPro Division Europe, Bobby Barnes, erklärte: „Die Spieler übernehmen eine entscheidende Rolle in der Bekämpfung der Manipulation von Spielen und wir halten sie dazu an, den Verhaltenskodex strikt zu befolgen. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass die Spieler in vielen Fällen Opfer dieser Verbrechen und nicht Anstifter sind.“