UEFA/EU-Abkommen verstärkt Beziehung

Die am Dienstag zwischen der Europäischen Kommission und der UEFA unterzeichnete Kooperationsvereinbarung verstärkt die Beziehung zwischen den beiden Parteien hinsichtlich der Interessen des Fußballs.

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Die zwischen der Europäischen Kommission und der UEFA unterzeichnete Kooperationsvereinbarung (AfC) reflektiert die klare Vision, die der europäische Fußball-Dachverband für die Zukunft des europäischen Fußballs verfolgt - und verstärkt die Beziehung zwischen den beiden Parteien hinsichtlich der Interessen der langfristigen Entwicklung des Sports im Allgemeinen und des Fußballs im Besonderen.

Am Dienstag kamen José Manuel Barroso, der Präsident der Europäischen Kommission, und Androulla Vassiliou, für den Sport zuständige EU-Kommissarin, mit UEFA-Präsident Michel Platini in Brüssel zusammen, um ein als historisch angesehenes Dokument zu unterzeichnen, das die Zusammenarbeit zwischen UEFA und den europäischen Behörden in zentralen Bereichen der Politik zementiert.

Seit vielen Jahren sind die Verbindungen zwischen UEFA und der EU nun schon positiv, die UEFA ist dabei sehr bemüht, die Interessen des Fußballs in verschiedenen Bereichen zu verteidigen. Die europäischen Behörden sind sich der Bedeutung einer fruchtbaren Verbindung bewusst und geben oftmals positive Reaktionen auf die Politik und die Initiativen der UEFA.

Mit der neuen Vereinbarung drücken die Europäische Kommission und die UEFA den Wunsch nach einer Konsolidierung dieser Beziehung aus, damit die zukünftige Kooperation bei Themen von allgemeinem und gegenseitigem Interesse noch einmal erleichtert wird. Die beiden Parteien werden sich außerdem darum bemühen, die Kooperation und den Dialog zu fördern und Informationen, Fachwissen und Methoden auszutauschen mit dem Ziel, eine starke Verbindung zu schaffen, um sportlich, sozial, kulturell, pädagogisch und wirtschaftlich davon zu profitieren.

"Diese Vereinbarung ist das Ergebnis von acht Jahren konstantem Dialog", erklärte Michel Platini. "Die UEFA hat ein Ziel, nämlich die Interessen des europäischen Fußballs zu verteidigen. Mehr denn je brauchen wir die Hilfe der Politik und der Behörden, um diese Mission des öffentlichen Interesses auszuführen."

"Die Kooperationsvereinbarung baut auf den Fortschritten, die wir erreicht haben, auf und bildet den Fahrplan für unsere gemeinsame Arbeit in den nächsten drei Jahren", ergänzte Frau Vassiliou. "Die Kommission und die UEFA wollen beide allgemeine Werte durch den Sport vermitteln ... Ich bin zuversichtlich, dass diese Vereinbarung ein signifikanter Schritt nach vorne für unsere Zusammenarbeit ist."

Die AfC erklärt, dass der Sport derzeit neuen Herausforderungen gegenübersteht, die gemeinsame Bemühungen aller Interessengruppen erfordern, etwa in den Bereichen Korruption, finanzielle Instabilität, Menschenhandel, Doping, Gewalt, Rassismus und öffentliche Sicherheitsbedenken - all das erfordert starke Reaktionen, um die Ethik im Sport zu schützen, um für verantwortungsvolle Unternehmensführung zu werben und um die positive Zukunft des Sports zu sichern.

Die neue Vereinbarung erkennt auch die erzieherische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Rolle des Sports an. Die Europäische Kommission und die UEFA haben bestätigt, dass ihr Bekenntnis zum finanziellen Fairplay für die Verbesserung der finanziellen Stabilität und Zukunftsfähigkeit der Klubs führen und zum gesunden Wachstum des Sports in Europa beitragen soll.

Die beiden Parteien sind zudem bestrebt, Strategien zur Förderung der lokalen allgemeinen und beruflichen Bildung von Spielern zu stärken, was als besonders bedeutend für die Entwicklung der Jugend angesehen wird. Außerdem sollen geeignete Lösungen gefunden werden, um zu gewährleisten, dass Spieler für den Einsatz in ihren Nationalmannschaften zur Verfügung stehen.

Die UEFA und die EU haben erkannt, dass es notwendig ist, sich mit der Dritteigentümerschaft an Spielern - was als mögliche Verzerrung der Integrität der Wettbewerbe angesehen wird und dazu führt, dass Geld aus dem Spiel gezogen wird von Parteien, die in Spieler investieren und als Ergebnis von Transfers dieser Spieler profitieren - und der Integrität des Sportwettkampfes und der von Vertrauen und gegenseitigem Respekt geprägten Beziehung, die in jedem Arbeitsverhältnis bestehen sollte, zu befassen.

Der Kampf gegen alle Formen von Diskriminierung wird weiter verstärkt, genauso wie die Förderung der Grundrechte der Athleten, inklusive Minderheiten, im Kontext des Sports. Bei Fragen im Zusammenhang mit internationalen Spielertransfers und Spieleragenten auf europäischer Ebene ist für die UEFA eine prominentere Rolle vorgesehen.

Spielmanipulation und Korruption im Fußball wird von der UEFA als eine der größten Prioritäten angesehen, die länderübergreifende Kooperation zwischen Sportorganisationen und Behörden ist daher notwendig, um die Integrität des Sports vor diesem negativen Phänomen zu schützen.

Die UEFA und die EU haben zudem beschlossen, ihre Anstrengungen zur Bekämpfung von Gewalt bei Fußballspielen weiter voranzutreiben. Dafür werden die Bemühungen zur Stärkung des Übereinkommens des Europarates über Gewalttätigkeiten und Fehlverhalten von Zuschauern (1985) unterstützt. Das Schiedswesen ist ein freiwilliges Instrument, um Streitigkeiten im Bereich des Sports beizulegen und sicherzustellen, dass die Sportregeln wirksam und einheitlich angewandt werden, und zugleich die Einhaltung der relevanten Rechtsnormen zu gewährleisten.

Als Bestandteil der Kooperationsvereinbarung haben beide Seiten beschlossen, regelmäßig bilaterale Treffen und zumindest einmal im Jahr hochrangige Treffen abzuhalten.