UEFA und ECA unterzeichnen Grundsatzvereinbarung

Die UEFA und die Europäischen Klubvereinigung haben eine Grundsatzvereinbarung für 2012–18 unterzeichnet, die den Weg für gute Beziehungen zwischen dem Verband und den Klubs ebnet.

Karl-Heinz Rummenigge, chairman of the European Club Association (ECA) executive board
Karl-Heinz Rummenigge, chairman of the European Club Association (ECA) executive board ©UEFA.com

Anlässlich des XXXVI. Ordentlichen UEFA-Kongresses in Istanbul, Türkei, wurde heute die überarbeitete Grundsatzvereinbarung für den Zeitraum 2012-18 zwischen der UEFA und der Europäischen Klubvereinigung (ECA) unterzeichnet.

Die Grundsatzvereinbarung wurde von UEFA-Präsident Michel Platini und dem Vorsitzenden des ECA-Vorstands, Karl-Heinz Rummenigge, unterzeichnet. Sie ebnet den Weg für gute Beziehungen zwischen dem europäischen Fußball-Dachverband und der Vereinigung europäischer Fußballklubs.

Die neue Vereinbarung gilt vom 22. März 2012 bis 30. Mai 2018 und umfasst folgende Punkte:

Versicherung
Bis die FIFA ein solches Paket auf weltweiter Ebene übernimmt, schließt die UEFA eine Versicherung ab gegen das Verletzungsrisiko von Spielern, die für ihre Nationalmannschaft abgestellt sind. Diese Versicherung gilt für alle bei einem europäischen Klub registrierten Spieler, ungeachtet ihrer Nationalität und für alle im internationalen Spielkalender festgelegten Begegnungen, einschließlich offizieller Qualifikationsspiele und Freundschaftsspiele ab Juni, zum Beginn der UEFA EURO 2012 in Polen und der Ukraine.

Beteiligung der Klubs am Gewinn aus der UEFA EURO
Als Anerkennung des bedeutenden Beitrags der Klubs zum Erfolg des Turniers werden die Klubs einen größeren Beitrag in Höhe von 100 Millionen Euro aus den Einnahmen aus der UEFA EURO 2012 erhalten. Dieser Betrag wird für die UEFA EURO 2016 in Frankreich weiter erhöht, auf 150 Millionen Euro.

Good Governance/Klubvertretung in Entscheidungsfindungsorganen
In Zukunft wird die Kommission für Klubwettbewerbe, die sich vorrangig aus Klubvertretern zusammensetzt, in sämtlichen Klubwettbewerbsangelegenheiten über ein "Rückweisungsrecht" verfügen. Dies stärkt die Beteiligung der Klubs im Entscheidungsfindungsprozess der UEFA.

Internationaler Spielkalender
Unterstützung für den vorgeschlagenen künftigen internationalen Spielkalender (Status Quo Plus), der dem FIFA-Exekutivkomitee nächste Woche zur Genehmigung unterbreitet wird. Dieser Kalender soll grundsätzlich über zwei Jahre neun Doppeldaten ohne einzelne Freundschaftsspiele umfassen. Der Freundschaftsländerspieltermin im August wird gestrichen.

UEFA-Präsident Michel Platini äußerte sich folgendermaßen zur Vereinbarung mit der ECA: "Ich freue mich, dass diese Grundsatzvereinbarung wichtige Interessenträger der Fußballfamilie zusammenbringt. Die UEFA und ihre Nationalverbände und Klubs haben in verschiedenen wichtigen Angelegenheiten im internationalen Fußball Einigkeit demonstriert. Dies ist ein Zeichen für die ausgezeichneten Arbeitsbeziehungen, die wir mit den Klubs haben, und stellt einen großen Erfolg für die weitere Stärkung der Einheit der Fußballfamilie dar."

Der ECA-Vorsitzende Karl-Heinz Rummenigge fügte hinzu: "Heute ist ein historischer Tag für den europäischen Klubfußball. Mit dieser Vereinbarung anerkennt die UEFA klar die Bedeutung der Klubs sowie den wichtigen Beitrag, den sie zum Erfolg des Nationalmannschaftsfußballs leisten. Die Vereinbarung steht für ein besseres Gleichgewicht zwischen Nationalmannschafts- und Klubfußball und ist ein großer Erfolg für die europäische Fußballfamilie. Ich danke UEFA-Präsident Platini herzlich für seine Bereitschaft zu einer solchen Vereinbarung mit den Klubs. Nicht nur die ECA, sondern alle Klubs in Europa sollten stolz sein auf diesen großartigen Durchbruch. Wir freuen uns darauf, die Zukunft des europäischen Fußballs weiterhin gemeinsam mit der UEFA zu gestalten."

Neue Grundsatzvereinbarungen wurden beim Kongress in Istanbul auch unterzeichnet von der Vereinigung European Professional Football Leagues (EPFL) und der Spielergewerkschaft FIFPro Division Europe, womit vorherige Vereinbarungen mit diesen beiden Organisationen auf den neuesten Stand gebracht wurden.

Sergey Pryadkin, EPFL-Vorstandsmitglied, und Philippe Piat, Präsident von FIFPro Division Europe, unterzeichneten die jeweiligen Vereinbarungen mit dem UEFA-Präsidenten.

"Anlässlich des UEFA-Kongresses und vor 53 Mitgliedsverbänden”, sagte UEFA-Generalskeretär Gianni Infantino, "hat die UEFA eine Grundsatzvereinbarung mit jeder der drei wichtigen Interessenvertreter im europäischen Fußball – den Klubs, den Ligen und den Spielern - unterzeichnet. Die Vereinbarungen werden dem europäischen Fußball in den kommenden Jahren Stabilität verleihen, und sie illustrieren die Entschlossenheit aller Parteien, die in den europäischen Fußball eingebunden sind, zusammenzuarbeiten und das Spiel zu verbessern, das wir alle lieben."