Farbenblind beim Finale der Europa League

In manchen Situationen kann Farbenblindheit das Leben erschweren, auch Fußballspiele gehören dazu - die UEFA hat dieses Problem erkannt und versucht, es zu bekämpfen.

Für Farbenblinde ein Alptraum: rote und grüne Trikots
Für Farbenblinde ein Alptraum: rote und grüne Trikots ©Getty Images

In manchen Situationen kann Farbenblindheit das Leben erschweren, auch Fußballspiele gehören dazu. Wenn ein Spieler die Trikots seines Teams nicht von denen der Gegner unterscheiden kann, hat er ein ernsthaftes Problem. Gleiches gilt auch für farbenblinde Fans auf der Tribüne. Im schlimmsten Fall führt dies zu Frustration und Rückzug.

Einer von zwölf Männern und eine von 200 Frauen sind - statistisch gesehen - farbenblind. Deshalb sollte man auch auf die Bedürfnisse dieser Menschen eingehen und klarmachen, dass der Fußball ein inklusiver Sport ist, der auch von farbenblinden Spielern oder Fans genossen werden kann. Dies ist zuallererst die Aufgabe der UEFA, der nationalen Fußballverbände und der Klubs.

Vor dem Finale der UEFA Europa League fand in der Fanzone am Kungsträdgården im Zentrum Stockholms ein Spiel statt, das demonstrieren wollte, wie farbenblinde Spieler ein Spiel erleben. Zusammen mit dem Schwedischen Fußballverband (SvFF), der Organisation 'Colour Blind Awareness' und dem 'Centre for Access to Football in Europe' (CAFE) organisierte die UEFA dieses denkwürdige Erlebnis.

Eine Mannschaft trug ein rotes Trikot, die andere ein leuchtend grünes. In der Mitte der Partie zogen beide Teams ihre Trikots aus und spielten mit oliv-grünes Trikots weiter, der Farbe also, die rot-grün-blinde Menschen anstelle der vorher erwähnten Farben meist sehen. Je länger das Spiel dauerte, desto größer wurde die Konfusion bei Spielern und Fans, die die beiden Teams nicht mehr auseinander halten konnten.

Norwegens Nationaltrainer Lars Lagerbäck, selbst farbenblind, sagte nach dem Spiel:

"Es gibt sicher schlimmere Probleme, als farbenblind zu sein, aber es ist wichtig, dass jeder weiß, wie schwierig es sein kann, zwischen verschiedenen Farben - vor allem rot und grün - zu unterscheiden. Fußballverbände können natürlich helfen, indem sie rot oder grün nicht verwenden, denn dies sind für farbenblinde Menschen die zwei am schwersten zu unterscheidenden Farben."

Dieser ersten Veranstaltung werden in den kommenden Monaten noch weitere in ganz Europa folgen, der Englische Fußballverband (FA) wird beispielsweise einen Führer für farbenblinde Menschen herausgeben.

Der Fußball hat dieses Problem lange nicht  wahrgenommen, dies ändert sich nun langsam.

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