Solidaritsbotschaft in Trondheim

Beim UEFA-Superpokal am Dienstag in Trondheim wird eine Friedens- und Solidaritätsbotschaft an alle zivilen Opfer von Bombenangriffen gesendet: Zwei durch Anschläge körperlich behinderte Flüchtlingskinder werden die Kapitäne auf das Spielfeld begleiten.

©UEFA

Im Vorfeld des UEFA-Superpokals zwischen Real Madrid und Sevilla am Dienstag in Trondheim soll die Welt des Fußballs gegen Bombenangriffe auf Zivilpersonen zusammenstehen.

Das Spiel zwischen dem jeweiligen Sieger der UEFA Champions League und der UEFA Europa League in der Saison 2015/16 soll auch als Anlass genutzt werden, um eine starke Friedens- und Solidaritätsbotschaft an alle zivilen Opfer von Bombenangriffen weltweit zu senden.

Während der Eröffnungszeremonie im Lerkendal Stadion werden die beiden Mannschaftskapitäne von zwei Flüchtlingskindern, die bei einem Anschlag körperlich schwer verwundet wurden, auf das Spielfeld begleitet. Sie stammen aus Afghanistan und Syrien und haben Zuflucht in Norwegen gefunden. Zusammen werden sie den Champions-League-Pokal sowie die Europa-League-Trophäe auf das Spielfeld tragen.

Die UEFA-Stiftung für Kinder arbeitet mit der Organisation Handicap International zusammen, die sich für Rechte von Menschen mit Behinderung einsetzt, ihre Lebensbedingungen verbessert und sie in die Gesellschaft integriert. Die Stiftung unterstützt Handicap Internationals neue weltweite Kampagne namens Stop Bombing Civilians, die dazu aufruft, kriegsführenden Parteien per Gesetz zu verbieten, auf zivile und öffentliche Gebäude zu zielen, bei denen sich viele Kinder unter den Opfern finden würden.

Dieses Event in Trondheim markiert den Start einer umfassenden Kampagne von Handicap International, die gegen den Gebrauch explosiver Waffen in dicht besiedelten Gebieten plädiert. Auf den Bildschirmen des Stadions wird in der Halbzeit ein Werbevideo gezeigt, um die "Stop Bombing Civilians"-Kampagne zu starten. Norwegens junger Musikkünstler Henrik Fuglem wird während der Eröffnungszeremonie außerdem den Beatles-Klassiker "All You Need is Love" zum Besten geben, um die Friedensbotschaft zu untermauern.

Die Unterstützung von Handicap International ist Teil der UEFA-Stiftung und deren Engagement, krisenbetroffenen Kindern zu helfen - in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Zugang zu Sport, persönliche Entwicklung, Integration und beim Schutz der Kinderrechte. Die UEFA, der Norwegische Fußballverband NFF, das lokale Organisationskomitee des UEFA-Superpokals in Trondheim sowie Real Madrid und Sevilla haben dem Event am Dienstag ihre volle Unterstützung zugesprochen.

"Es ist eine große Ehre für uns, die Bühne für dieses Spitzenduell im europäischen Fußballs stellen zu dürfen", sagte NFF-Sprecher Leif Ivar Akselvoll. "Dieses Spiel und seine Eröffnungszeremonie werden eine Friedensbotschaft aussenden, Kinder – die Zukunft unserer Welt - in den Mittelpunkt stellen und die Rolle, die der Fußball im Bereich sozialer Integration spielen kann, hervorheben."

Seit 2011 appelliert Handicap International auf internationaler Ebene gegen den Gebrauch von explosiven Waffen in dichtbesiedelten Gebieten. "Das ist komplett inakzeptabel", sagte der leitende Direktor von Handicap International, Manuel Patrouillard. "Zivilpersonen zu bombardieren hat nichts mit Krieg zu tun, das ist eine Straftat. Wir müssen dringend Zivilbevölkerungen schützen und kriegsführende Parteien dazu bringen, sich an das internationale Menschenrecht zu halten."

Trondheim ist die erste norwegische Austragungsstätte für ein großes europäisches Fußballereignis. Die Eröffnungszeremonie wurde von der polnischen Agentur Platige Image sowie dem weltbekannten Choreographen Waldek Szymkowiak inszeniert. Die Darsteller kommen aus der Region – 120 von ihnen von örtlichen Fußballvereinen, der Rest von der Trondheimer Tanzschule "Let’s Dance". Neben der Friedensbotschaft soll die Zeremonie auch zu einem großen Teil das norwegische Lebensgefühl vermitteln.