IFAB-Treffen in Belfast

Auf der Agenda des 129. Treffens des International Football Association Board am 28. Februar in Belfast stehen unter anderem die Dreifachbestrafung sowie Zeitstrafen.

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Der International Football Association Board (IFAB), zuständig für die Regeln im Fußballsport, hat die Tagesordnung für seine 129. Jahresversammlung bestätigt, die am 28. Februar in Belfast stattfindet.

Der International Football Association Board ist eine Einrichtung, die von den Nationalverbänden Englands, Schottlands, von Wales und Nordirland sowie von der FIFA eingerichtet wurde, um über Änderungen der Regeln des Spiels zu diskutieren und zu entscheiden. 

Auf der Tagesordnung steht dieses Mal auch die sogenannte Dreifachbestrafung gemäß den Bestimmungen von Regel 12, wonach ein Spieler, der im Strafraum eine klare Torchance vereitelt, einen Elfmeter verursacht, vom Platz gestellt wird und automatisch für die folgende Partie gesperrt wird.

Der IFAB wurde vom UEFA-Exekutivkomitee gebeten, die Vorgaben in Regel 12 zu überdenken. Die Thematik wurde bei der Jahresversammlung des IFAB letzten Frühling bereits behandelt, jedoch ohne Entscheidung, da man eine detailliertere Beurteilung der relevanten Situationen einforderte.

Die UEFA ersucht den IFAB bei seiner Jahresversammlung 2015, in Erwägung zu ziehen, die Rote Karte als automatische Bestrafung abzuschaffen. Der IFAB soll dabei die Unterschiede von Foulspielen in Betracht ziehen. So gebe es Fouls, die beim Kampf um den Ball passieren, sowie Fouls, die bewusst begangen werden, wenn es keine realistische Chance gibt, den Ball zu spielen: Haltevergehen, Schubser und Trikotzupfer – Fouls, die mit dem Ziel begangen werden, eine klare Torchance des Gegners zu verhindern.

Der IFAB wird dazu aufgefordert, letztgenannten Fall mit einem Platzverweis zu sanktionieren, während der erstgenannte Fall mit Gelb geahndet werden soll, sollte er sich im Strafraum ereignen. Sollte sich der IFAB bei seiner nächsten Versammlung nicht in der Lage sehen, Regel 12 zu ändern, wurde von der UEFA der Vorschlag gemacht, dass der IFAB eine Testphase der geänderten Regel in den UEFA-Wettbewerben ab der Saison 2015/16 autorisieren solle.

Die Thematik der Dreifachbestrafung wurde im Fußball bereits ausführlich diskutiert, und eine beträchtliche Anzahl an Verbänden und Einzelpersonen hat sich gegenüber der UEFA ähnlich geäußert, wonach die derzeitige Regel zu streng ist. Dazu zählen die Spielervereinigung FIFPro, zahlreiche bedeutende Trainer, Schiedsrichterfunktionäre sowie die FIFA Task Force Football 2014 unter dem Vorsitz des deutschen Weltmeistertrainers Franz Beckenbauer. Der Königliche Niederländische Fußballbund (KNVB) erstellte zudem eine Datei mit relevanten Vorfällen aus der niederländischen Liga, wo die Regelauslegung allgemeinen Unmut hervorgerufen hat.

Ebenfalls auf der Agenda der Jahresversammlung steht der Einsatz von sogenannten Strafbänken – Zeitstrafen – im Jugendamateurfußball. UEFA-Präsident Michel Platini sprach sich vor kurzem für Zeitstrafen bei Fehlverhalten in Sachen Respekt und Fairplay aus, beispielsweise bei Kritik am Schiedsrichter oder bei Schauspielerei. Die Spieler, sagte der UEFA-Präsident, könnten eine "Weiße Karte" erhalten und für eine bestimmte Zeit auf die Strafbank verwiesen werden, für beispielsweise fünf oder zehn Minuten. Die Gelbe Karte, die bei verwarnungswürdigen Vergehen gezeigt wird, würde aber bestehen bleiben.