CORE mit wichtigen Meilensteinen

Das UEFA-Zentrum für Spitzenschiedsrichter (CORE) in Nyon hat zwei Meilensteine erreicht - die Teilnahme des 500. Schiedsrichters/Assistenten und des 100. Ausbilders am Programm.

Von links nach rechts: Iñaki Vicandi Garrido, David Elleray und Rune Pedersen
Von links nach rechts: Iñaki Vicandi Garrido, David Elleray und Rune Pedersen ©Getty Images

Das CORE-Programm, welches in Nyon durchgeführt wird, wurde im September 2010 ins Leben gerufen. Seitdem haben viele Schiedsrichter und Schiedsrichter-Assistenten an CORE-Seminaren teilgenommen - bei der letzten Auflage wurden gleich zwei Meilensteine erreicht. Der 500. Schiedsrichter bzw. Schiedsrichterassistent und der 100. Ausbilder haben diesmal teilgenommen.

Der Herr, der die stolze 500 vollmachen durfte war der spanische Schiedsrichter Iñaki Vicandi Garrido, während Rune Pedersen – ein ehemaliger Schiedsrichter, der unter anderem Spiele bei der FIFA-WM 1998 leitete - als 100. Ausbilder mit von der Partie war.

Alle zwei Jahre sind die Nationalverbände eingeladen, einen Schiedsrichter und zwei Assistenten zu CORE zu schicken, die das Potential zeigen, FIFA-Schiedsrichter zu werden. Unter Leitung des ehemaligen Top-Schiedsrichters David Elleray, Mitglied des UEFA-Schiedsrichterkomitees, besteht jedes CORE-Programm aus einem zehntägigen Einführungskurs, gefolgt von einem achttägigen Vertiefungskurs einige Monate später. Die Schiedsrichter können dabei Spiele in der Schweiz und Frankreich leiten und wichtige Erfahrungen sammeln.

Jeder CORE-Kurs besteht aus acht Schiedsrichter-Trios, die eng mit vier Schiedsrichterausbildern, zwei Ausbildern für Schiedsrichterassistenten und zwei Fitnesstrainern zusammen. Im Einführungskurs liegt der Fokus auf dem Lernen, im Vertiefungskurs steht mehr die Beurteilung der Fortschritte in verschiedensten Bereichen wie Fitness und Englisch auf dem Plan. Die Schiedsrichter versuchen, das Gelernte direkt in die Praxis umzusetzen und stehen auch zwischen den beiden Kursen in regelmäßigem Kontakt zu ihren Betreuern.

"Über das Erreichen dieser Meilensteine sind wir sehr glücklich", sagte Elleray gegenüber UEFA.com. "Wir haben mit Offiziellen aus allen Mitgliedsländern zusammengearbeitet, mit manchen Verbänden schon drei oder vier Mal. Sogar schon mit Verbänden, die gar nicht der UEFA angehören. Es sind immer wieder neue Ausbilder bei uns, manche kommen aber auch immer wieder. Das CORE-Programm steht absolut auch für die Entwicklung von Ausbildern."

Fast 200 der Offiziellen, die am CORE-Programm teilgenommen haben, sind inzwischen FIFA-Schiedsrichter. "Durch CORE sind sie viel besser vorbereitet auf die Herausforderungen", sagte Elleray. "Sie entwickeln sich viel schneller und sind schon in ihren ersten Spielen auf höchstem Niveau viel souveräner, weil sie genau wissen auf was es ankommt. Sie haben ein besseres Verständnis für die Ansprüche im internationalen Fußball."

Pedersen ist ein erfahrener UEFA-Mentor für die jungen Schiedsrichter. "Wir führen detaillierte Gespräche mit den Schiedsrichtern, wir verfolgen sie ganz genau in Trainingseinheiten und in den Spielen und wir helfen ihnen, sich sinnvolle Ziele zu setzen – im Oktober sehen wir uns dann erneut und überprüfen die Erfüllung der Zielsetzung", erklärte er weiter. "in den CORE-Kursen haben wie viel Zeit um mit den Schiedsrichtern zu arbeiten und über viele wichtige Aspekte zu sprechen. Wir wollen das Wissen weitergeben, dass wir selbst in unserer aktiven Zeit erworben haben."

"Einen Schiedsrichter zu entwickeln ist heute eine ganz andere Aufgabe als noch vor einigen Jahren", sagte Pedersen. "Die jungen Schiedsrichter sind sehr fit und lernwillig. Die CORE-Philosophie und die Struktur wurden von vielen Nationalverbänden übernommen. Die Schiedsrichter sind heutzutage viel bereiter für internationale Aufgaben."

Der 28-jährige Iñaki Vicandi Garrido, kommt aus Bilbao. Er hat mit 13 Jahren als Schiedsrichter angefangen und sagt heute: "Die anderen Jungs wollten alle spielen, ich wollte schon immer die Spiele leiten." Seit er 18 Jahre alt ist wird er in ganz Spanien eingesetzt und inzwischen pfeift er Spiele in der zweiten Liga.

"Das ist eine großer Herausforderung und mit viel Verantwortung verbunden", sagt er in Hinsicht auf das CORE-Programm. "Ich vertrete hier mein Heimatland und auch die UEFA. Ich gebe mein Bestes, bin sehr froh hier zu sein und will das bestmögliche aus diesem Kurs für mich herausholen.

"Ich lerne sehr viel von den Ausbildern und auch von David Elleray", sagte Vicandi Garrido. "Ich freue mich, Spiele in der Schweiz zu leiten und ich versuche meine Fähigkeiten aus der Heimat auch dort anwenden zu können. Außerdem will ich das Neuerlernte aus dem CORE-Kurs sinnvoll einbringen, das wird mich sicher zu einem besseren Schiedsrichter machen."

Elleray sprach auch über die besondere Beziehung zwischen CORE-Schiedsrichtern. "Wenn sich CORE-Schiedsrichter treffen, selbst wenn sie nicht im gleichen Kurs waren, merkt man, das sie sich alle einer speziellen Familie zugehörig fühlen", erklärte er. "Schiedsrichterbeobachter sagen immer wieder, dass sie alleine an der professionellen Vorbereitung eines Schiedsrichters erkennen können, ob er an einem CORE-Kurs teilgenommen hat." Das sagt viel über das Programm aus und legt einen Schluss nah - die nächsten Meilensteine des CORE-Programms werden nicht lange auf sich warten lassen.