Schiedsrichter in Rom im Mittelpunkt

Ein unbekanntes Team bekam beim UEFA-Winterkurs in Rom die verdiente Aufmerksamkeit, wo sich die jungen Schiedsrichter mit älteren Kollegen trafen und ihre Fähigkeiten verbessern konnten.

Der französische Schiedsrichter Antony Gautier (Torauslinie) nimmt am Training für zusätzliche Assistenten teil
Der französische Schiedsrichter Antony Gautier (Torauslinie) nimmt am Training für zusätzliche Assistenten teil ©Sportsfile

Die Spieler in der UEFA Champions League und der UEFA Europa League mögen zwar stets im Mittelpunkt stehen, aber es gibt auch immer ein drittes Team, das sein Bestes gibt, zu einem Spiel auf Topniveau beizutragen - das Schiedsrichterteam, bestehend aus dem Schiedsrichter, zwei Assistenten, einem vierten Offiziellen und den beiden zusätzlichen Assistenten an den Torauslinien.

In dieser Woche kamen die europäischen Spitzenschiedsrichter beim UEFA-Winterkurs in Rom zusammen, um ihre Fähigkeiten noch weiter zu verbessern und sich für die anstehenden Spiele in den großen Klub- und Nationalmannschaftswettbewerben zu rüsten. Doch nicht nur für die Elite-Schiedsrichter, sondern auch für die Neulinge auf der FIFA-Liste für internationale Schiedsrichter war dies eine wichtige Veranstaltung. Zusätzlich nahmen zum ersten Mal auch die besten Schiedsrichterinnen teil, welche bei der UEFA Women's EURO 2013 im Juli in Schweden zum Einsatz kommen werden.

Alles gute Gründe, um die europäische Schiedsrichterelite für das Team der Woche von UEFA.com zu nominieren.

Die Unparteiischen streben in Training und Arbeit die höchstmögliche Qualität an. Dabei werden sie von der UEFA-Schiedsrichterkommission, bestehend aus ehemaligen internationalen Schiedsrichtern, und von einem von Werner Helsen geleiteten Fitnesstrainerteam unterstützt.

Im praktischen Teil gab es für die Schiedsrichter ein interessantes Video über ein spezielles Training für zusätzliche Assistenten zu sehen, womit ein Einblick in die Arbeit des neuen Systems, welches im letzten Sommer in die offiziellen Spielregularien aufgenommen wurde und in Zukunft in den großen europäischen Klubwettbewerben eingesetzt wird, geschaffen werden konnte.

Zusätzlich zum Trainingsprogramm auf dem Platz analysierten die Schiedsrichter Spielsituationen aus Europapokalspielen, tauschten in Gruppendiskussionen ihre Meinung aus und unterzogen sich medizinischen Tests - alles wichtige und hilfreiche Punkte für zukünftige Aufgaben.

Die Schiedsrichterinnen waren in Rom dagegen zum ersten Mal dabei. Der Entschluss der UEFA wurde sowohl von Schiedsrichtern als auch Schiedsrichterinnen begrüßt und unterstreicht die Wichtigkeit des Schiedsrichterinnenwesens im Zuge des großen Vormarsches des Frauenfußballs in den letzten Jahren.

"Das ist eine fantastische Erfahrung, wir sind alle zusammengekommen und konnten Erfahrungen austauschen", meinte Paula Brady aus der Republik Irland im Gespräch mit UEFA.com. "Der Frauenfußball wächst sehr schnell und wird immer populärer, da ist es meiner Meinung nach auch wichtig, dass die Schiedsrichterinnen ebenso mitwachsen. Veranstaltungen wie diese tragen dazu bei, die Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen noch besser zu machen."

"Der Winterkurs war eine tolle Erfahrung", fügte Carlos Del Cerro Grande aus Spanien hinzu. "Das war mein erstes Mal als FIFA-Schiedsrichter. Ich konnte Zeit mit meinen Kollegen verbringen und habe viel über das Schiedsrichterwesen gelernt. Das war eine tolle Erfahrung. Es ist sehr interessant, Kollegen aus anderen Ländern zu treffen, denn so erfährt man viele andere Sichtweisen, die sich von der eigenen unterscheiden."

Ein Teil des Trainings in Rom demonstrierte auch die Arbeit der zusätzlichen Assistenten, die dem Schiedsrichter nicht nur bei Entscheidungen rund um die Torauslinie, sondern auch bei Elfmeter-, Freistoß- oder Eckballentscheidungen helfen können. Die Schiedsrichter wurden dabei ermutigt, sich selbst auf die Torauslinie zu stellen und die Entscheidungen der zusätzlichen Assistenten zu treffen, um zu erfahren, wie schwer das ist und wie hoch der Druck bei solchen Entscheidungen in Sekundenbruchteilen ist.

"Dieses System unterstützt den Schiedsrichter dabei, die richtigen Entscheidungen zu treffen", so Del Cerro Grande. "Es ist ein guter Weg, um das Schiedsrichterwesen zu verbessern." Brady fügte hinzu: "Ich hatte bereits Erfahrung als Schiedsrichterassistentin bei der FIFA gesammelt, aber das war neu - und neu ist gut."