Fans begrüßen Nachwuchsinitiative

Eine Umfrage der UEFA ergab, dass die Vereine ihre regionale Identität wahren sollten.

Europas Fußballfans haben eindringlich klar gemacht, dass die Vereine ihre regionale Identität wahren sollen - und dass Geld bei der Entscheidung über Titelgewinne eine immer größere Rolle spielt.

Umfrage-Ergebnisse
Eine jüngst von der UEFA über uefa.com durchgeführte Umfrage zum Thema Ausbildung von Eigengewächsen ergab, dass die UEFA und die europäischen Nationalverbände Maßnahmen ergreifen sollen - in dieser Hinsicht sind sich Fans und die UEFA zum größten Teil einig. Die UEFA wird ihren Mitgliedsverbänden am Donnerstag beim Ordentlichen Kongress in Tallinn, Estland, konkrete Vorschläge zur Ausbildung von Eigengewächsen unterbreiten.

Große Resonanz
Die Resonanz auf die UEFA-Umfrage, bei der uefa.com-User ihre Meinung zum Thema mitteilen sollten, war groß - mehr als 5000 Teilnehmer aus ganz Europa und den anderen fünf Kontinental-Konföderationen machten mit. Dabei gaben viele Fans zusätzlich zu ihren Antworten auf die Fragen einige persönliche Kommentare ab.

Regionale Identität gefordert
Mehr als 80 Prozent der Befragten waren dafür, dass die Vereine eine lokale bzw. regionale Identität wahren sollten, nur acht Prozent sprachen sich dagegen aus. Zudem war die Mehrheit der Meinung, dass Geld ein entscheidender Faktor auf dem Weg zum Erfolg sei. Etwa 75 Prozent aller Fans bejahten diese These.

Maßnahmen erforderlich
Genauso groß war der Anteil der Stimmen, die sich dafür stark machen, dass die UEFA als Europäische Fußballunion zusammen mit ihren Mitgliedsverbänden Maßnahmen zu diesen Themenbereichen ergreifen sollte. Die UEFA empfiehlt, dass sich ihre Mitgliedsverbände Gedanken zur Ausbildung von einheimischen Talenten machen. Dieses Thema wird in Tallinn ganz oben auf der Tagesordnung stehen.

Begrenzter Kader
Zu den Vorschlägen der UEFA gehört eine "A-Kader-Liste" für UEFA-Vereinswettbewerbe, die weiter auf 25 Spieler begrenzt bleiben soll. Ab der Saison 2006/07 sollen aber mindestens zwei Plätze auf dieser Liste für Spieler, die in der vereinseigenen Fußballakademie ausgebildet wurden, freigehalten werden. Zwei weitere Plätze sollen an Spieler gehen, die entweder ebenfalls vom Verein oder von einem Klub aus dem gleichen Nationalverband ausgebildet wurden.

U21-Spieler
Überdies soll es weiterhin eine "B-Kader-Liste" geben - auf der unbegrenzt viele U21-Spieler stehen dürfen, die seit mindestens zwei Saisons für den jeweiligen Verein spielen. In den folgenden zwei Spielzeiten werden dann auf der "A-Kader-Liste" ein zusätzlicher Platz für einen vom Verein und einer für einen von einem Klub aus dem gleichen Nationalverband ausgebildeten Spieler geblockt. Somit hätte jeder Verein ab der Saison 2008/09 einen 25 Mann starken Kader mit vier vom Verein und vier von einem Klub aus dem gleichen Nationalverband ausgebildeten Spielern.

Bessere Balance
Die UEFA ist darüber besorgt, dass einige Klubs ihren eigenen Nachwuchs vernachlässigen, und stattdessen lieber Spieler von anderen Vereinen verpflichten. Mit den Vorschlägen will man die nationalen Ligen ausgeglichener gestalten, indem die Vereine davon abgehalten werden, einfach Spieler bei sich zu "parken". Es soll ein System geschaffen werden, in dem einheimische Spieler die Möglichkeit haben, regelmäßiger bei ihren Klubs zu spielen.

Initiative ergriffen
Das ermutigende Ergebnis der Umfrage belegt, dass die Fans das Gefühl haben, dass die UEFA die Initiative übernimmt und die Probleme innerhalb des europäischen Fußballs durch die Entwicklung von Lösungsansätzen aktiv bekämpft.

Meinung der Fans
Die Fans, die an der Umfrage teilgenommen haben, begrüßten überdies die Tatsache, dass die UEFA bei wichtigen Themen die Meinung der Anhänger einholt. Dabei beweisen die Ergebnisse der Umfrage, dass die Fans und die Europäische Fußballunion bei vielen Themen gleicher Meinung sind. Weitere Details werden im Laufe der nächsten Tage bekannt gegeben.