UEFA will gleiche Voraussetzungen schaffen

Die Vorschläge der UEFA im Bezug auf Eigengewächse sollen den Fußball ausgewogener machen.

Von Mark Chaplin in Nyon

Einer der Gründe, warum die UEFA neue Regeln im Bezug auf im eigenen Verein groß gewordene Spieler erlassen hat, ist das Ziel, den Fußball wieder ausgeglichener zu machen - zuerst in den eigenen Wettbewerben, der UEFA Champions League und dem UEFA-Pokal. Und wenn die 52 Mitgliedsverbände diesen Vorschlägen im Frühling zustimmen, dann soll dies auch in den nationalen Ligen gelten.

Konkrete Vorschläge
Am Donnerstag präsentierte der europäische Dachverband konkrete Vorschläge, nachdem die Vereine, die ab der Saison 2006/07 in einem UEFA-Vereinswettbewerb stehen, höchstens 25 Spieler im Kader haben dürfen. Zwei davon müssen aus der eigenen Jugendabteilung kommen, und zwei aus der Juniorenabteilung eines anderen Klubs des gleichen Verbandes.

Acht von 25
Über die nächsten beiden Jahre wird ein zusätzlicher Platz für jeweils ein Eigengewächs und einen Spieler aus dem gleichen Verband auf der "A"-Liste reserviert. Ziel ist es, dass ab der Saison 2008/09 jeder Klub im Europapokal mindestens vier Eigengewächse und vier junge Spieler aus dem gleichen Verband in seinem 25-Mann-Kader hat.

Nähere Erläuterungen
Als Eigengewächs gilt ein Spieler, der zwischen seinem 15. und 21. Lebensjahr für mindestens drei Jahre bei diesem Klub gespielt hat. Ein Spieler aus dem gleichen Verband ist jemand, der zwischen dem 15. und 21. Lebensjahr für mindestens drei Jahre bei diesem Klub oder bei Vereinen aus dem gleichen Verband gespielt hat. Die Vorschläge beziehen sich nicht auf die Nationalität der Spieler.

Wenig Konkurrenz
Studien der UEFA zeigten, dass die Konkurrenz in UEFA-Wettbewerben und den nationalen Ligen in den vergangenen zehn Jahren immer geringer wurde. In vielen Ländern kämpfen immer die gleichen Mannschaften um den Titel. "Es gab immer weniger Mannschaften, die in dieser Zeit einen Wettbewerb gewonnen haben, sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene", erklärte UEFA-Generaldirektor Lars-Christer Olsson gegenüber uefa.com.

Limitierung des Kaders
"Wir wollen auch die Größe des Kaders limitieren [auf 25], weil wir in unseren Studien herausgefunden haben, dass manche Klubs Spieler "horten", nur um einen größeren Kader zu haben. In manchen Fällen geht es sogar nur darum, dass andere Vereine diese Spieler dann nicht haben können - viele Nationalspieler, die zu solch einem Klub gewechselt sind, kommen dann gar nicht mehr zum Einsatz oder sitzen nicht einmal auf der Bank. Vielleicht hat die Limitierung des Kaders auch einen positiven Einfluss auf die Finanzen mancher Klubs."

Klare Tendenzen
"Die Tendenzen sind klar. Unsere Studien zeigen, dass im Vergleich zu 1995/96, als das Bosman-Urteil zur Geltung kam, der Prozentsatz der einheimischen Spieler in vielen Top-Ligen [dieser Verbände] auf etwa 30 Prozent gesunken ist."

Unterstützung aus der Politik
Olsson erklärte, dass es von manchen großen Ligen und ihren führenden Vereinen negative Antworten gab. Doch der Großteil der Klubs war für diese Vorschläge. "Wir glauben nicht, dass es dabei zu Problemen mit dem Gesetz kommen wird - natürlich ist es [dieses System] eine Herausforderung - aber wir haben darüber [mit Politikern] in Brüssel gesprochen. Im europäischen Parlament gibt es eine Gruppe, die sich "Freunde des Fußballs" nennt, und diese steht hinter unserer Initiative - sie meinten sogar, dass noch mehr getan werden müsste."

Große Zustimmung
"Wir haben mit Vertretern der europäischen Kommission gesprochen, und diese haben uns erklärt, dass - solange die UEFA nichts Illegales tut - alles in Ordnung ist. Unser Vorhaben findet in der Politik große Zustimmung."