UEFA-Verletzungsstudie für Klubs setzt den Standard

Die UEFA-Verletzungsstudie für Eliteklubs 2015/16 bestätigt den Ruf des Berichts als unvergleichliches Datenarchiv, das Vereinen dabei hilft, Verletzungen zu behandeln und vorzubeugen.

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Die UEFA hilft europäischen Topklubs seit 15 Jahren durch eine renommierte medizinische Studie dabei, die Verletzungsrate ihrer Spieler zu messen.

Jede Saison bietet die UEFA-Verletzungsstudie für Eliteklubs Vereinen, Verbänden und der wissenschaftlichen Gemeinschaft entscheidende Daten, die diese dabei unterstützen, die Behandlung und Vorbeugung von verletzten Spielern zu verbessern. Die seit 2001 bestehende Studie wird vom ehemaligen Vizevorsitzenden der Medizinischen Kommission der UEFA Professor Jan Ekstrand koordiniert.

Die Studie ist als unvergleichliches Archiv von Daten zu Fußballverletzungen bekannt. Die zur Verfügung gestellten Daten bilden eine ausführliche Informationsquelle über Verletzungsmuster, Risiken, die Wahrscheinlichkeit einiger vorherrschender Verletzungstypen und Diagnosen, für wann ein Spieler nach einer Verletzung wieder fit ist.

Zu den Daten gehören unter anderem Belastungszeitraum, generelle Verletzungsmuster, Trainingsverletzungen, Spielverletzungen, schwere Verletzungen, Muskelverletzungen, Bänderverletzungen, wiederkehrende Verletzungen und Kaderverfügbarkeiten bzw. Abwesenheiten.

"Die Verletzungsstudie der UEFA verfügt nun über ungefähr 13 000 Verletzungen und 1 800 000 Belastungsstunden über 15 Saisons", sagte Professor Ekstrand. "Fast 50 Teams von 18 verschiedenen Ländern haben zu irgendeinem Zeitpunkt während dieser 15 Spielzeiten teilgenommen. Die Studie wurde zu einem essenziellen Mittel für Klubs, um eine Bilanz über den Erfolg des Klubs bezüglich ihrer Verletzungsrate zu ziehen."

Der aktuellste Bericht enthält Ergebnisse von Juli bis Juni der Saison 2015/16 von 29 Klubs, die mindestens fünf Monate lang alle Daten zur Verfügung stellten.

Eine Neuerung im Bericht 2015/16 ist, dass Spieler von sechs Klubs über ihre Erfahrung im Training und der Spiele mitheilfe der neuen Größe "Rate of Perceived Exhaution" (RPE, Rate der wahrgenommenen Erschöpfung) befragt wurden. Fünfzehn Klubs bestätigten jetzt ihre Teilnahme am RPE-Abschnitt für die Saison 2016/17.

Dieses Jahr veröffentlichte das British Journal of Sports Medicine (BJSM) eine Sonderausgabe über die UEFA-Verletzungsstudie für Eliteklubs. Diese Ausgabe stellte verschiedene Themen wie Adduktorenverletzungen, Kreuzbandrisse, die Epidemiologie von Knochenbrüchen, Erkenntnisse aus MRTs und Strategien zur Vorbeugung von Verletzungen in den Mittelpunkt.

Zudem gibt jede neue Verletzungsstudie der UEFA die Möglichkeit, sich mit Elite-Klubärzten und medizinischen Experten aus ganz Europa zu treffen, die ebenfalls ihr Feedback zu ihren Erfahrungen im Laufe der Saison geben.

Das letzte Seminar in Lissabon im Juni konzentrierte sich auf Themen wie die klubinterne Kommunikation, den Effekt, den Trainerwechsel auf Verletzungen im Klub haben und die Messung der Belastung und derer Korrelation mit Daten zu Verletzungen.