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UEFA-Verletzungsstudie für Eliteklubs

UEFA-Verletzungsstudie für Eliteklubs
Die UEFA-Verletzungsstudie für Eliteklubs liefert wichtige Daten und Trends bei Verletzungen im Spitzenfußball ©Getty Images

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Verletzungen sind im Fußball keine Seltenheit und FIFA, UEFA sowie die Nationalverbände sind um die Sicherheit der Spieler besorgt. 2001 hat die UEFA eine Studie ins Leben gerufen, um die Spieler noch besser zu schützen und um Verletzungsursachen besser zu verstehen. Dieses Projekt, die UEFA-Verletzungsstudie für Eliteklubs, läuft in Zusammenarbeit mit den Vereinen der UEFA Champions League und anderer Wettbewerbe schon seit über einem Jahrzehnt und die Ergebnisse werden regelmäßig in Wissenschaftsmagazinen wie dem British Journal of Sports Medicine veröffentlicht.

Die Ziele der Verletzungsstudie sind wie folgt definiert:

• Einschätzung des Verletzungsrisikos und Erkennung von Verletzungsursachen unter Berücksichtigung der Beanspruchung in Training und Wettkampf

• Analyse von Verletzungsmustern und Verletzungsschweregrad

• Vergleich von Verletzungsrisiken und Verletzungsmustern mit Ergebnissen aus vorherigen Jahren der Studie

• Ausweitung der bestehenden Datenbank der UEFA-Verletzungsstudie sowie langfristige Beobachtung von Trends hinsichtlich Verletzungsrisiken und Verletzungsmustern

Zu den allerersten Zielen der Verletzungsstudie gehörte die Analyse der gestiegenen Belastung für Profifußballer und die Einschätzung der Wechselwirkung zwischen dieser Belastung und Verletzungen. Damit wollte man den Effekten der Überbeanspruchung nachgehen. Dieses Ziel ist geblieben, allerdings hat sich die Studie auch mit einer großen Bandbreite von anderen Themen beschäftigt. So wurden das Verletzungsrisiko des Spielens auf Kunstrasen und besonders verletzungsreiche Phasen während der 90 Minuten eines Fußballspiels untersucht, außerdem wurde der Frage nachgegangen, ob das Verletzungsrisiko zu bestimmten Zeitpunkten der Saison steigt bzw. sinkt.

Zu Beginn der Saison 2014/15 haben 36 Vereine an der Verletzungsstudie teilgenommen und bis auf vier Vereine haben alle Halbfinalisten der UEFA Champions League seit 2001/02 Daten für die Studie zur Verfügung gestellt. Dadurch ist eine wissenschaftliche Studie über Elitesportler entstanden.

Datenerhebung
Die Datenerhebung erfolgt mithilfe standardisierter Formulare, die alle teilnehmenden Vereine nach jedem Training und Spiel ausfüllen. Alle drei Tage werden die Informationen an die in Schweden ansässige Forschungsgruppe gesendet. Die Gruppe wird vom anerkannten Verletzungsexperten Professor Jan Ekstrand, Vizevorsitzender der Medizinischen Kommission der UEFA, geleitet.

Definition einer Verletzung: Jeglicher körperliche Schaden, der während einer fußballerischen Aktivität auftritt (egal ob während des Spiels oder einer Trainingseinheit), resultierend in einer eingeschränkten Teilnahme an künftigen Trainingseinheiten bzw. Spielen.

Alle teilnehmenden Vereine erhalten nach der Hälfte sowie zum Ende jeder Saison einen ausführlichen Bericht, der die Verletzungstrends der Saison aufzeigt und sie mit früheren Spielzeiten vergleicht. Außerdem werden die Verletzungsdaten eines Vereins mit anderen Mannschaften der Studie verglichen (die Teams werden anonym aufgelistet). Mithilfe dieser Informationen können Klubs ihre eigene Situation analysieren und Anpassungen vornehmen. Als besonders hilfreich hat sich zudem das Resümee „Pursuit of Excellence“ (Streben nach Spitzenleistung) erwiesen. Alle Vereine teilen Tipps und bewährte Praktiken, wodurch das Fachwissen in allen Bereichen des Spiels erhöht wird.