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Überblick

Veröffentlicht: Dienstag, 18. Juni 2013, 11.20MEZ

In den vergangenen Jahren gab es im europäischen Fußball zunehmend Verdachtsmomente bezüglich der Manipulation von Fußballspielen (hier: "Spielmanipulationen"). Parallel dazu gab es eine rasante Entwicklung des Wettmarktes zu beobachten, vor allem bei den Online-Wetten. Unabhängig davon, ob Spiele aus sportlichen, finanziellen oder anderen Gründen manipuliert werden, gefährdet diese Art von Betrug die Integrität der betroffenen Wettbewerbe und trifft unseren Sport mitten ins Herz.

Spielmanipulationen sind zumeist eng verknüpft mit schweren kriminellen Vergehen wie Korruption, Betrug und Geldwäsche. Die aus den Manipulationen resultierenden Erträge finanzieren meist andere kriminelle Netzwerke. Diese Kriminalität kennt keine Landesgrenzen und erschwert somit die Aufdeckung und Strafverfolgung.

Die UEFA hat zahlreiche Initiativen entwickelt und finanziert, um die Integrität des Fußballs in Europa zu schützen. Diese beinhalten im Besonderen:

Ein Frühwarnsystem gegen Wettbetrug: In enger Zusammenarbeit mit der internationalen Firma Sportradar verfügt die UEFA über ein Frühwarnsystem gegen Wettbetrug (Betting Fraud Detection System, BDFS), das jedes Jahr Wettaktivitäten bei rund 32 000 Spielen in Europa (aus den UEFA-Wettbewerben und den beiden höchsten Spielklasssen sowie der Pokalwettbewerbe der Mitgliedsverbände) überwacht und analysiert. Dieses System gibt es seit Juli 2009. Das BFDS zeigt auffällige Wettbewegungen vor und während (live) der Spiele in allen relevanten Wettmärkten (asiatische Handicap-Wetten, Totals und 1-X-2-Wetten) bei europäischen und asiatischen Buchmachern.
Ein spezielles Rechtssystem: Die UEFA hat Disziplinarregularien für die von ihr organisieren Wettbewerbe eingeführt, um so Spielmanipulationen wirkungsvoll bekämpfen zu können. Zudem hat der UEFA-Kongress - das oberste Kontrollorgan der UEFA - beim XXXVIII. Ordentlichen UEFA-Kongress in Astana am 27. März 2014 eine Resolution mit dem Titel "Der europäische Fußball vereint für die Integrität des Spiels" verabschiedet.
Ein Netzwerk von Integritätsoffizieren in jedem nationalen Verband: Die UEFA hat in ihren Mitgliedsverbänden ein Netzwerk von Integritätsoffizieren aufgebaut. Diese sollen mit den staatlichen Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten und in ihren Ländern Erziehungs- und Präventionsprogramme einführen.
Eine Reihe von Bildungsprogrammen: Die UEFA betreibt vor Ort und online Bildungsmaßen für Spieler, Schiedsrichter und Vereinstrainer, um diese zu informieren, auszubilden und sie mit allgemeinen Hinweise zu versorgen, die die Probleme rund um Sportwetten betreffen, wozu auch die Risiken gehören, denen sie ausgesetzt sein können, und Wege, mittels derer sie über verdächtige Annäherungsversuche berichten können.
Ein Verhaltenskodex in Zusammenarbeit mit Interessensvertretern des Fußballs: 2014 entwickelte der Strategische Beirat für Berufsfußball (PFSC) einen Verhaltenskodex für den europäischen Fußball. Dieser Verhaltenskodex wurde von den vier Organisationen, welche die Interessengruppen im europäischen Profifußball im PSFC repräsentieren - ECA, FIFPRO, EPFL und UEFA begrüßt und abgesegnet.
Eine formale Kooperationsvereinbarung mit der Europäischen Polizeibehörde Europol: Im Jahr 2014 haben die UEFA und Europol, die Strafverfolgungsbehörden der Europäischen Union, eine wichtige Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um den Kampf gegen Spielmanipulationen im europäischen Fußball zu verstärken. Das wichtigste Ziel von Europol ist es, zum Nutzen aller EU-Bürger für ein sicheres Europa zu sorgen. Die Vereinbarung umfasst die gegenseitige Bereitstellung von Fachkompetenz und eine ständige Konsultation im Bereich von Spielmanipulationen im Fußball und damit verbundener organisierter Kriminalität wie auch den diesbezüglichen Informations- und Wissensaustausch. Die UEFA pflegt im Rahmen verschiedener Untersuchungen zudem einen direkten Austausch mit nationalen Strafverfolgungsbehörden in ganz Europa.
Eine feste Arbeitsgruppe gegen Spielmanipulationen: Im Jahr 2014 rief die UEFA eine feste Arbeitsgruppe ins Leben, um Spielmanipulationen in Europa zu analysieren und zu bekämpfen. Die Idee hinter dieser Arbeitsgruppe ist es, Vertreter der Gesetzesvollstreckung von anderen Zuständigkeitsbereichen sowie Europol-Vertreter, führende Politikern und Experten zusammenzubringen, die sich schon in der Vergangenheit im Kampf gegen Spielmanipulationen eingesetzt haben und eine gewichtige Rolle auf diesem Themengebiet einnehmen können.
Eine Gruppe von UEFA-Disziplinarinspektoren, um Untersuchungen zu europäischen Fußballspielen vorzunehmen: Auf Grundlage der Informationen, die jeden Tag vom UEFA BFDS zur Verfügung gestellt werden, der Berichte von der vertraulichen Plattform und durch die Kooperation mit Europol, leitet die UEFA Untersuchungen zu europäischen Fußballspielen ein. Sobald die UEFA einen Beweis findet, wird der Fall an die entsprechenden Disziplinarbehörden übergeben. In den letzten sechs Jahren war die UEFA extrem aktiv bei Disziplinarentscheidungen gegen Klubs, Offizielle und Spieler auf nationaler und internationaler Ebene, um den europäischen Fußball zu schützen.
Eine vertrauliche Reporting-Plattform: Die UEFA-Integritätsplattform (Computer und App) erlaubt es Einzelpersonen, der UEFA wichtige Informationen im Hinblick auf Spielmanipulationen oder Korruption zukommen zu lassen. Dies können Informationen über ein Spiel sein, einen Spieler, einen Spieloffiziellen (einen Schiedsrichter oder einen Schiedsrichterassistenten) oder jegliche andere Personen, die mit dem Fußball zu tun haben. 


Integritätsfragen sind das Themengebiet der UEFA-Abteilung für Disziplinar- und Integritätsfragen, die von Emilio García geleitet wird unter Alasdair Bell, dem Direktor der UEFA-Rechtsabteilung.

Letzte Aktualisierung: 13.02.17 20.12MEZ