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Finanzielles Fairplay

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Im September 2009 genehmigte das UEFA-Exekutivkomitee einstimmig ein Konzept für finanzielles Fairplay. Mit diesem Konzept, das von der gesamten Fußballfamilie mitgetragen wird und das das Wohlergehen des europäischen Fußballs sicherstellen soll, werden folgende Hauptziele verfolgt:

• Erhöhung der Disziplin und Rationalität im Bereich der Klubfußballfinanzen;

• Verringerung des Drucks auf Gehälter und Transfersummen und Eindämmung der Inflation;

• Ermutigung der Vereine, im Rahmen ihrer eigenen Einnahmen zu wirtschaften;

• Förderung langfristiger Investitionen im Nachwuchs- und Infrastrukturbereich;

• Wahrung der langfristigen Lebensfähigkeit des europäischen Klubfußballs;

• Sicherstellung, dass die Vereine ihren Verbindlichkeiten fristgerecht nachkommen.

Diese Zielsetzungen sind vor dem Hintergrund der Pflicht der UEFA entstanden, sich mit dem Umfeld des europäischen Klubfußballs, in dem sich die einzelnen Vereine bewegen, und insbesondere mit den inflationären Auswirkungen wachsender Gehalts- und Transfersausgaben zu befassen.

In den vergangenen Spielzeiten haben zahlreiche Vereine immer größere Verluste erlitten. Aufgrund der allgemeinen Wirtschaftslage haben sich die Marktbedingungen für die europäischen Vereine verschlechtert, was sich auf ihre Einnahmen auswirkt und zusätzliche Herausforderungen hinsichtlich der Finanzierung ihres Tagesgeschäfts mit sich bringt. Viele Klubs haben Liquiditätsengpässe beklagt, die zum Beispiel zu verspäteten Zahlungen an andere Klubs, Arbeitnehmer und Sozialversicherungsinstitutionen bzw. Steuerbehörden führten.

Auf Wunsch und in Absprache mit der Fußballfamilie hat die UEFA sinnvolle und realistische Maßnahmen eingeführt, um die oben erwähnten Ziele zu erreichen. Die neuen Vorschriften beinhalten die Verpflichtung der Vereine, über einen bestimmten Zeitraum eine ausgeglichene Rechnung vorzuweisen. Das Konzept sieht vor, dass die Klubs nicht wiederholt mehr ausgeben dürfen, als sie einnehmen, und dass sie stets sämtlichen Verpflichtungen in Bezug auf Transfer- und Gehaltszahlungen nachkommen müssen. Vereine, die ein Risiko darstellen und bestimmte Kennzahlen nicht einhalten, sind außerdem verpflichtet, der UEFA ein Budget mit genauen Angaben zu ihrer künftigen Strategie zu unterbreiten.

Die Maßnahmen des finanziellen Fairplays umfassen eine mehrjährige Bewertung, um eine längerfristige Einschätzung der Gesamtsituation des europäischen Klubfußballs vornehmen zu können. Sie gehen über die bestehenden Kriterien des UEFA-Klublizenzierungsverfahrens hinaus, das eher der kurzfristigen Analyse der finanziellen Situation der Vereine dient und für dessen Umsetzung die UEFA-Mitgliedsverbände weitgehend selber zuständig sind.

Im Juni 2012 genehmigte das UEFA-Exekutivkomitee die Schaffung der zwei Kammern umfassenden Finanzkontrollkammer für Klubs (FKKK), welche die Einhaltung des UEFA-Reglements zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay beaufsichtigt.

Die FKKK ersetzte den Finanzkontrollausschuss für Klubs, der die Vereine seit dem erstmaligen Inkrafttreten des Reglements im Mai 2010 beaufsichtigt hatte; der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Organen besteht darin, dass die FKKK den Status eines UEFA-Rechtspflegeorgans hat. Die Kammer ist zudem befugt, bei Verstößen gegen die Anforderungen Disziplinarmaßnahmen zu verhängen und über Fälle im Zusammenhang mit der Teilnahmeberechtigung von Vereinen an den UEFA-Klubwettbewerben zu entscheiden.

Die Verfahrensregeln für die UEFA-Finanzkontrollkammer für Klubs sehen vor, dass Mitglieder der FKKK auf eigene Initiative oder auf Antrag in den Ausstand treten müssen, wenn sie selber, ihr jeweiliger Nationalverband, ein diesem Verband zugehöriger Verein oder ein anderer Verein, zu dem jedwelche Verbindung besteht, direkt von einem Verfahren betroffen sind und dadurch die Unparteilichkeit des betreffenden Mitglieds in Frage steht.

Die disziplinarischen Entscheidungen hinsichtlich Implementierung des UEFA-Reglements zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay werden von der UEFA-Finanzkontrollkammer für Klubs getroffen, in erster Distanz über die Untersuchungskammer, möglicherweise aber auch durch die rechtsprechende Kammer. Alle Entscheidungen werden veröffentlicht (nur in englischer Sprache verfügbar).

Das im Mai 2010 nach einer umfassenden Konsultationsphase genehmigte und 2012 überarbeitete UEFA-Reglement zur Klublizenzierung und zum finanziellen Fairplay wurde über einen Zeitraum von drei Jahren umgesetzt; im Sommer 2011 wurden zunächst die Verbindlichkeiten aus Transfers und gegenüber Arbeitnehmern der an den UEFA-Klubwettbewerben teilnehmenden Vereine kontrolliert, bevor in der Saison 2013/14 die erstmalige Überwachung der Einhaltung der Break-even-Vorschrift folgte.

Das finanzielle Fairplay konnte rasch bedeutende Erfolge vorweisen: Die überfälligen Verbindlichkeiten gingen um 80 % zurück und die Gesamtverluste der europäischen Klubs wurden um über EUR 900 Mio. verringert, und dies trotz zahlreicher kritischer Stimmen, die das Konzept als zu ehrgeizig und schwierig umsetzbar bezeichneten. Unter den Interessenträgern des Fußballs stößt das Projekt auf beinahe einhellige Zustimmung.

Letzte Aktualisierung: 30.06.15 17.48MEZ
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