Fußball-Entwicklung in Ost-Europa

Die UEFA hat 14 osteuropäische Mitgliedsverbände und Regierungsvertreter zu einem Treffen nach Tiflis/Georgien geladen. Erklärtes Ziel: Stärkung des Breitenfußballs und ein Spielerzuwachs.

Youngsters playing football in Belarus
Youngsters playing football in Belarus ©BFF

Die Steigerung der Teilnehmerzahlen am Fußball in Osteuropa war das dominierende Thema eines UEFA-GROW-Treffens in Tiflis. Gastgeber des Austausches, der unter dem Motto "Growing Participation in Eastern Europe" stattfand, war der Georgische Fußballverband (GFF).

Bei der detaillierten Analyse ging es darum, wie man die Entwicklung des Fußballs in diesem Teil des Kontinents weiter fördern kann. Bei den 14 relevanten Ländern handelt es sich um Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Estland, Georgien, Kasachstan, Lettland, Litauen, Moldawien, Polen, Russland, Rumänien, Türkei und Ukraine.

Gruppenfoto des Treffens in Tiflis
Gruppenfoto des Treffens in Tiflis©GFF

Bei dem Treffen wurde ausgearbeitet, warum die Teilnahmezahlen am Sport, und insbesondere im Fußball, in Ost-Europa deutlich geringer ausfallen als im restlichen Kontinent. So ging es auch darum, ein besseres Verständnis für den Breitensport in den jeweiligen Regionen auszuarbeiten.

Folgerichtig nahmen neben den Verbandspräsidenten und Generalsekretären auch hochrangige Vertreter aus den Sport- und Ausbildungsministerien der Regierungen teil. Auch Delegierte des Europarats waren vor Ort.

Austausch mit der estnischen Delegation
Austausch mit der estnischen Delegation©GFF

Es war das erste regionale Gipfeltreffen dieser Art als Teil von UEFA GROW, einem Programm, welches Nationalverbände in ganz Europa dabei unterstützt, den Fußball auf allen Ebenen zu entwickeln.

"Dank UEFA GROW haben wir realisiert, dass es niedrige Teilnehmerzahlen in Ost-Europa gibt und dass die Herausforderung insbesondere für diese Region gilt", erklärte Zoran Lakovic, UEFA-Direktor für Nationalverbände.

In Tiflis präsentierte Zahlen spiegelten die niedrigen Teilnehmerzahlen wider. Der negative Effekt ist nicht nur bei den Errungenschaften auf internationaler Bühne, sondern auch bei den Handelseinnahmen spürbar.

Wichtige Aspekte stellen dabei der Mangel an genauen Teilnehmerzahlen, die Breitensport-Philosophie, Wissen über die Wünsche und Bedürfnisse der Spieler und Strukturen zur Umsetzung einer klaren Strategie für Teilnehmerzuwachs dar.

An der GROW-Konferenz nahmen 14 Nationalverbände und Regierungsvertreter teil
An der GROW-Konferenz nahmen 14 Nationalverbände und Regierungsvertreter teil©GFF

Weiterhin wurden die Delegierten darüber informiert, dass zwar die Hälfte der Bevölkerung in UEFAs Gebiet in den 14 in Tiflis repräsentierten Ländern beheimatet ist, der im Fußball registrierte Prozentanteil der Bevölkerung aber dramatisch geringer ausfällt als im Rest von UEFAs Gebiet.

"Bei dem Gipfeltreffen wollten wir vollständig ergründen, welche Herausforderungen bei den Teilnehmerzahlen unsere Nationalverbände in Ost-Europa zu bewältigen haben. Und wir wollen zusammen Lösungen finden", erklärte Lakovic. "Ziel ist es, dass mehr Menschen in dieser Region die Möglichkeit haben, an unserem Spiel in ganz Ost-Europa teilzuhaben."

In Tiflis fand 2015 der UEFA-Superpokal statt
In Tiflis fand 2015 der UEFA-Superpokal statt©UEFA

Nun wird die UEFA die Nationalverbände mit besseren Daten unterstützen, um die wirtschaftlichen Argumente für ein Investment in Breitensport zu demonstrieren. Gleichzeitig will man auf einen positiven Politik-Effekt auf höchster Ebene in der EU und im Europarat hinarbeiten.

Zusätzlich wird der Teilnehmerzuwachs strategisch mithilfe von UEFA GROW vorangetrieben. Die Verbände haben ihren Bedarf für eine bessere Ausrichtung mit Regierungszielen und Politik zum Ausdruck gebracht. Dadurch könne man gemeinsam daran arbeiten, die Teilnahme am Sport allgemein - und insbesondere Fußball - zu erweitern.

Die Nationalverbände haben außerdem ihre Verpflichtung gegenüber dem Breitenfußball bestätigt und wollen sicherstellen, dass die Strukturen zum Teilnahmewachstum vorhanden sind.