Die Frauen bereiten Freude

Die Anzahl der lizenzierten Fußballspielerinnen in der Schweiz hat sich in den letzten 20 Jahren vervielfacht - auch die Leistungen der Nationalteams auf allen Altersstufen lassen sich durchaus sehen.

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Seit der Einführung des Ausbildungszentrums für Mädchen im Jahr 2004 in Huttwil (seit 2013 in Biel) boomt in der Schweiz der Frauen- und Mädchenfußball. Die Zahl der lizenzierten Spielerinnen hat sich in den letzten 20 Jahren vervielfacht – heute spielen über 26 000 Frauen und Mädchen in einem Verein Fußball.

Doch die Anzahl Spielerinnen ist nur der eine positive Aspekt. Auch die Leistungen und Resultate der Spitzenspielerinnen und der Nationalteams auf allen Altersstufen lassen sich durchaus sehen.

Qualifikationen von Nachwuchs-Nationalteams der Altersstufen U17 und U19 gehören schon beinahe zum Alltag. 2010 nahm das U20-Nationalteam erstmals an einer WM-Endrunde teil, 2015 erreichte die U17 an der EM-Endrunde in Island gar das Endspiel, das A-Team nahm 2015 erstmals an der WM-Endrunde teil und hat sich bereits für die nächste Womenʼs EURO in den Niederlanden qualifiziert. Die meisten Spielerinnen des A-Teams sind heute genau wie bei den Männern im Ausland engagiert und stellen dort in verschiedenen Ligen ihre Qualitäten unter Beweis.

Dass dem so ist, entspringt keineswegs einem Zufall, sondern ist das Produkt harter und seriöser Arbeit, die bereits in den jüngsten Alterskategorien beginnt. Die talentierten Mädchen sollen die bestmögliche fußballerische Ausbildung erhalten. Erreicht wird dieses Ziel, indem sie möglichst lange bei den Jungen mitspielen. Für die Entwicklung des Juniorinnen-Spitzenfußballs ist es äußerst wichtig, dass die Integration der talentierten Mädchen bei den besten Jungen gut funktioniert. Entscheidend dabei ist, dass die Mädchen im Kinderfußball im gleichen Jahrgang wie die Jungen einsteigen und so den Schritt in die Footeco-Kategorie in ihrem Jahrgang machen können. Anschließend sollen sie, solange es die Leistung zulässt in diesem Jahrgang bleiben.

Sobald das Mädchen leistungsmäßig nicht mehr mithalten kann, hat es die Möglichkeit, den "Altersjoker" einzusetzen, um ein weiteres Jahr in derselben Kategorie mit den jüngeren Junioren zu spielen. Danach erfolgt der Wechsel in den Juniorinnen-Spitzenfußball. Zahlreiche Spielerinnen des heutigen A-Nationalteams sind diesen Weg erfolgreich gegangen und auch in den Nachwuchsteams findet man viele Spielerinnen, deren Laufbahn so begonnen hat. Der weiteren Entwicklung des Frauenfußballs darf man gespannt und zuversichtlich entgegenblicken.

Dieser Artikel erschien ursprünglich in UEFA Direct Nr. 165