UEFA intensiviert in neuer Saison Kampf gegen Doping

Die UEFA lanciert zur Spielzeit 2015/16 das umfassendste je im europäischen Fußball gesehene Antidoping-Programm.

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046 - Einführung von Steroid-Modul im biologischen Sportlerpass

Die UEFA lanciert zur Spielzeit 2015/16 das umfassendste je im europäischen Fußball gesehene Antidoping-Programm. Dieses beinhaltet unter anderem die Einführung des von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA entwickelten Steroid-Moduls im biologischen Sportlerpass zum besseren Nachweis der Verwendung von Steroiden, schärfere Regeln im Zusammenhang mit Angaben zum Aufenthaltsort von Mannschaften und Spielern, die Langzeitlagerung von Proben zwecks rückwirkendem Nachweis verbotener Substanzen und die Fortführung umfassender Blut- und Urinkontrollen sowohl im Wettkampf als auch im Training.

Das Antidoping-Programm steht in dieser Saison zudem stärker im Fokus internationaler Zusammenarbeit, da die UEFA Kooperationsvereinbarungen mit den nationalen Antidoping-Organisationen (NADOs) der an der UEFA Champions League teilnehmenden Vereine abschließt. Bisher hat sie Vereinbarungen mit den NADOs Deutschlands, der Niederlande, Spaniens, Belgiens (Flämische Region), des Vereinigten Königreichs, Schwedens, Frankreichs, Italiens, Kroatiens und Russlands unterzeichnet; weitere werden folgen. Dadurch wird die Koordination und Planung der Dopingkontrollen verbessert, unnötige doppelte Kontrollen werden verringert und der Informationsaustausch in Bezug auf die biologischen Profile der Spieler und auf Ermittlungsdaten wird mit Blick auf die Aufdeckung möglicher Dopingvergehen erleichtert.

Im Vorfeld der UEFA EURO 2016 wird die UEFA das umfassendste je vor einer EM-Endrunde durchgeführte Testprogramm umsetzen. Ab 1. Januar 2016 werden sämtliche Spieler, für die eine EM-Teilnahme in Frage kommt, im Rahmen des jährlichen UEFA-Antidoping-Programms sowie im Zuge der Kooperation mit den NADOs, darunter die im Austragungsland Frankreich zuständige Agence Française de Lutte contre le Dopage (AFLD), getestet. Außerdem werden die Mannschaften bei Trainingslagern vor dem Turnier sowie nach der Ankunft in Frankreich Kontrollen unterzogen.

Bei der Endrunde selbst wird ein modernes Testprogramm für Blut- und Urinkontrollen zur Anwendung kommen, das aufgrund der Erweiterung des Turniers auf 24 Teams umfangreicher denn je ausfallen wird.

Der Vorsitzende der Medizinischen Kommission der UEFA, Michel D’Hooghe, erklärte: „Die UEFA hat im Kampf gegen Doping im europäischen Fußball stets eine Führungsrolle eingenommen; die jüngsten Ereignisse in anderen Sportarten haben gezeigt, wie wichtig es ist, stets wachsam zu bleiben und in allen Bereichen unserer Arbeit weitere Fortschritte anzustreben. Wenngleich die Zahl der positiv getesteten Spieler in den UEFA-Wettbewerben niedrig bleibt, dürfen wir niemals nachlässig werden; die UEFA strebt weiterhin nach einem dynamischen, facettenreichen und auf Informationsaustausch basierenden Programm, in das die teilnehmenden Vereine und Spieler vollstes Vertrauen haben können.“

Durch ihr Aufklärungsprogramm mit einer derzeit überarbeiteten E-Learning-Website ist die UEFA ebenfalls an vorderster Front aktiv; 2015/16 bringt sie neue Informationsbroschüren für Spielerinnen und Spieler heraus und im Rahmen ihres Fortbildungsprogramms für Fußballärzte hielt sie im April 2015 ihr jährliches Antidoping-Seminar für die zuständigen Ärzte aus den 54 Nationalverbänden ab, die das Gelernte in ihren jeweiligen Ländern weitergeben.

Wettbewerbsübergreifend führt die UEFA pro Saison über 2 000 Dopingkontrollen (Blut- und Urinproben zusammengenommen) durch.