Frauenfußball-Boom in Estland

Der Fußballverband Estlands kann im jüngsten UEFA-Bericht auf beeindruckende Zahlen im Frauenfußball verweisen. So hat sich die Zahl der registrierten Spielerinnen seit 2011/12 um 92% erhöht!

©Estonian FA

Der Fußballverband Estlands (EJL) kann im jüngsten UEFA-Bericht auf beeindruckende Zahlen, vor allem im Frauenfußball, verweisen. So hat sich die Zahl der registrierten Spielerinnen seit 2011/12 auf 1.289 erhöht – ein Anstieg um 92%!

In der laufenden Saison ging dieser Trend weiter, inzwischen sind es 1.391 Spielerinnen – 591 Frauen und 800 Mädchen – und der Fußball ist der populärste Mannschaftssport unter den Jugendlichen. Beeindruckende Zahlen, wenn man bedenkt, dass Estland nur 1,3 Millionen Einwohner hat.

"Wir arbeiten hart daran, Quantität und Qualität des Frauenfußballs zu verbessern", erklärte EJL-Generalsekretärin Anne Rei. "Das ist ein langwieriges Unterfangen, aber dank der Hilfe der UEFA haben wir zuletzt große Fortschritte gemacht."

Um gute Spielerinnen hervorzubringen, benötigt man allerdings auch gute Trainer, deshalb ist es ein wichtiges Ziel des EJL – finanziell unterstützt vom UEFA-Frauenfußball-Entwicklungsprogramm (WFDP) – die Zahl der qualifizierten weiblichen Technikerinnen auf allen Ebenen zu erhöhen.

Der Verband rief deshalb ein Programm mit Trainerausbildungskursen ins Leben. Erst kürzlich absolvierte die Assistentin der A-Nationalmannschaft, Aleksandra Ševoldajeva, als erst zweite Frau in Estland den UEFA PRO-Kurs und erhielt anschließend die höchste Trainerlizenz.

Estlands ehemalige U19-Assistenztrainerin Kaidi Jekimova hat die UEFA A-Lizenz erworben, auch die ehemaligen Nationalspielerinnen Imbi Hoop und Maria Sootak sind inzwischen als Assistenztrainerinnen tätig.

Insgesamt sind in Estland nun 14 Frauen in Besitz einer UEFA B-Lizenz und 15 weitere – alle ehemalige oder aktuelle Spielerinnen – haben die C-Lizenz erworben.

"Wir haben viel unternommen, um ehemalige und aktuelle Nationalspielerinnen zu ermutigen, ins Trainerfach zu wechseln", sagte Rei. "Aleksandra Ševoldajeva, Kaidi Jekimova, Eneli Vals und viele andere haben sich dieser Verantwortung gestellt und sind inzwischen auf und abseits des Platzes Führungspersönlichkeiten."

Zusätzlich wurden Breitenfußball-Kurse für 145 weibliche Lehrkräfte an Grundschulen abgehalten. Auch Assistenztrainer der Jugendnationalmannschaften spielen im EJL-Schulprojekt eine große Rolle dabei, noch mehr estländische Mädchen für den Fußball zu begeistern. 

Vor allem die Klubs in Estland profitieren von diesen EJL-Initiativen, dank regelmäßiger Treffen zwischen den Trainern der A-Nationalmannschaft, den Technischen Direktoren und den Klubtrainern hat sich auch die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Abteilungen deutlich verbessert.

Die Ausbildungsprogramme des Verbandes im Bereich Frauenfußball werden auch zukünftig dank des Klub-Lizenzierungssystems weitergeführt, das es den Vereinen ermöglicht, den Frauen technische Unterstützung zu geben.

Die Zuwachszahlen der letzten Jahre sind schon beeindruckend, aber dank der EJL-Initiativen versprechen die nächsten Jahre noch weitere Fortschritte im Bereich des Frauenfußballs.