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Die Integrität des Fußballs bewahren

Kongress

Die Nachhaltigkeit des Fußballs und die Wahrung seiner Integrität waren in der Saison 2012/13 wichtige Anliegen der UEFA, so hieß es auch in den Berichten zum XXXVIII. Ordentlichen UEFA-Kongress.

XXXVIII. Ordentlicher UEFA-Kongress in Astana, Kasachstan ©Getty Images

Die Nachhaltigkeit des Fußballs und die Wahrung seiner Integrität waren im Geschäftsjahr 2012/13 wichtige Anliegen der UEFA, so steht es auch in den Berichten von UEFA-Präsident Michel Platini und dem UEFA-Exekutivkomitee zum XXXVIII. Ordentlichen UEFA-Kongress in Astana (Kasachstan) am Donnerstag.

"Problemen wie Rassismus und Diskriminierung, Spielmanipulationen und Sportbetrug, der hohen Verluste einiger Vereine und der Gefahr einer Unausgewogenheit der Wettbewerbe zu begegnen, ist keine leichte Aufgabe", heißt es in dem Bericht. "Mit besserer Aufklärungsarbeit sowie durch präventive und repressive Maßnahmen soll diesen Bedrohungen entgegengewirkt werden, was die Einheit der europäischen Fußballfamilie voraussetzt."

Das Ende des Berichtszeitraums stand im Zeichen des Ordentlichen UEFA-Kongresses in London, bei dem zwei neue Mitglieder ins Exekutivkomitee gewählt wurden, wo sie ihre Erfahrung und Ideen einbringen können. "Die UEFA-Exekutive war stets bestrebt, im Geiste der Verständigung zu handeln und den allgemeinen Interessen der zahlreichen Interessengruppen der UEFA Rechnung zu tragen", betont der Bericht. "Sie wird dies auch in ihrer neuen Zusammensetzung tun, denn während aus dem Aufeinanderprallen unterschiedlicher Vorstellungen neue Erkenntnisse erwachsen, sorgt die Harmonie für Ausgewogenheit und Stabilität."

Alle wichtigen Aktivitäten der UEFA werden in dem Bericht abgedeckt, darunter auch finanzielles Fairplay, das ab der Saison 2014/15 vollständig in Kraft tritt. "Mit dem finanziellen Fairplay, das zu den elf beim Kongress 2009 in Kopenhagen verabschiedeten Grundwerten der UEFA gehört und seither eine ihrer Prioritäten darstellt, soll der Fortbestand der an den UEFA-Wettbewerben teilnehmenden Vereinen sichergestellt werden, indem diese dabei unterstützt werden, mit ihren eigenen Mitteln zu wirtschaften bzw. aus der Schuldenspirale herauszukommen, in der sich der europäische Klubfußball seit einigen Jahren trotz immer höherer Einnahmen befindet."

Der Bericht hat auch festgestellt, dass dieses Maßnahmen von den Vereinen und den politischen Machthabern in Europa breite Unterstützung erhalten. "Die laufenden Analysen bestätigen, dass sich die Klubs der Notwendigkeit bewusst geworden sind, ihre Finanzen zu stabilisieren und den Grundsatz des finanziellen Fairplays einzuhalten, der vorsieht, dass sie nicht mehr ausgeben dürfen, als sie einnehmen."

Der Bericht wendet sich dann den Spielabsprachen zu – dort heißt es: "Einmal mehr betonte das UEFA-Exekutivkomitee, dass die Fußballinstanzen nicht über die Mittel verfügen, alleine gegen Spielmanipulationen vorzugehen" und erinnert an seinen Aufruf vom Januar 2013, dass Sportbetrug in allen Formen in den nationalen Rechtsprechungen als Straftat anerkannt werden soll. Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass das Exekutivkomitee strengere Maßnahmen eingeführt hat, indem die UEFA-Disziplinarregularien so geändert wurden, dass "für Vergehen wie Spielmanipulation, Bestechung und/oder Korruption keine Verjährung mehr möglich ist und der UEFA-Kontroll- und Disziplinarkammer die Befugnis zur Intervention eingeräumt wurde, wenn Mitgliedsverbände Fälle von Spielmanipulationen und Bestechung bzw. versuchter Spielmanipulationen und Bestechung nicht angemessen verfolgen."

"Eine Priorität der UEFA bleibt auch der Kampf gegen Doping", unterstreicht der Bericht. Während des Erhebungszeitraumes genehmigte das Exekutivkomitee beispielsweise die Einführung von Blutproben im Rahmen des UEFA-Antidoping-Programms ab der Spielzeit 2013/14. Ebenfalls fortgesetzt wurde der Kampf gegen Zuschauergewalt. "In einigen besonders betroffenen Ländern wandte sich die UEFA direkt an die zuständigen politischen Behörden", betonte der Bericht.

Ein weiterer Grund zur Besorgnis war für das Exekutivkomitee die Zunahme der Disziplinarfälle im Zusammenhang mit UEFA-Wettbewerben sowie der Berufungen gegen die von der Kontroll- und Disziplinarkammer getroffenen Entscheidungen, was sich auch im Bericht in Astana wiederfand. "Von 1994/95 bis 2011/12 ist die Zahl der Disziplinarfälle von 304 auf 1060 angestiegen, während der Berufungssenat mehr als vier Mal häufiger angerufen wurde (von 12 auf 53 Fälle)", heißt es dort.

Die UEFA lehnt die Dritteigentümerschaft von Spielern weiterhin ab. "Das Exekutivkomitee ist der Meinung, dass diese Praxis nicht nur ethisch verwerflich ist, sondern auch eine Gefahr für die Integrität der Wettbewerbe darstellt", so steht es im Bericht. Hinsichtlich Rassimus "ist das Exekutivkomitee entschlossen, den Rassismus wenn nicht aus der ganzen Gesellschaft, so doch zumindest aus den Fußballstadien zu verbannen" – hier wird erneut die Null-Toleranz-Politik der UEFA gegenüber Rassismus betont, welche sich in härteren Disziplinarmaßnahmen äußert, die gegen jene verhängt werden, die sich solch eines Verhaltens schuldig machen.

In der Saison 2012/13 wurde die innovative Entscheidung getroffen, die UEFA EURO 2020 in 13 Städten quer durch Europa auszutragen, und das Exekutivkomitee erläuterte die Gedanken hinter dieser Idee: "Das Konzept wird dem Wettbewerb, der 2020 sein 60-jähriges Bestehen feiern wird, besonderen Charakter verleihen. Auf großen Anklang stößt das Projekt auch bei den Nationalverbänden, insbesondere bei denjenigen, die nicht in der Lage sind, ein Turnier von dieser Größenordnung alleine auszurichten und die so die einmalige Chance erhalten, bei der Organisation dieser alle vier Jahre stattfindenden Großveranstaltung des europäischen Fußballs mitzuwirken."

"Die Idee einer EURO für Europa entspricht außerdem dem Bestreben des Exekutivkomitees, möglichst viele Verbände in die Ausrichtung wichtiger UEFA-Veranstaltungen einzubinden, und bringt schließlich die Absicht der UEFA zum Ausdruck, der schwierigen Wirtschaftslage in Europa Rechnung zu tragen und ein weltweit beachtetes Turnier zu organisieren, bei dem auch wichtige gesellschaftliche Fragen angesprochen werden."

Weitere positive Entwicklungen wurden in dem Bericht erwähnt, wie etwa die andauernde gesunde Kooperation zwischen der UEFA und ihren Mitgliedsverbänden – ein entscheidender Bestandteil des Erfolgs des europäischen Fußballs in den letzten sechs Jahrzehnten – sowie der ermutigende Dialog mit der Europäischen Union, mit der die Beziehungen "weiterhin positiv und von gegenseitigem Verständnis geprägt" sind. Dies wurde auch im April 2013 deutlich, als UEFA-Präsident Michel Platini den Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso traf.

"Die wichtigsten bei dem Treffen behandelten Themen waren das finanzielle Fairplay, der Kampf gegen Spielmanipulationen, internationale Transfers, Dritteigentümerschaften an Spielern und die EURO 2020", steht es im Bericht. "Die Gespräche förderten zutage, dass zwischen EU und UEFA in all diesen Fragen Einigkeit herrscht."

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