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Mit der UEFA in eine neue Ära

Mit der UEFA in eine neue Ära
UEFA-Präsident Michel Platini ©UEFA.com

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Im Januar 2007 begann für die UEFA eine neue Ära, als der Franzose Michel Platini, in den 1980er-Jahren ein Weltklassespieler, beim XXXI. Ordentlichen UEFA-Kongress in Düsseldorf zum neuen UEFA-Präsidenten gewählt wurde. Lennart Johansson, der nach 17 herausragenden Jahren an der Spitze des europäischen Fußball-Dachverbands sein Amt abgab, wurde zum UEFA-Ehrenpräsident ernannt.

Michel Platini kann auf eine glanzvolle aktive Laufbahn zurückblicken, die ihn über AS Nancy-Lorraine und AS Saint-Étienne zu Juventus führte, und in der er dreimal zu Europas Fußballer des Jahres gewählt wurde. In 72 Länderspielen für Frankreich erzielte er 41 Tore und führte die Equipe Tricolore als Kapitän zum Gewinn der UEFA-Europameisterschaft 1984 vor eigenem Publikum. Von 1988 bis 1992 war er Trainer der Nationalelf, ehe ihm ein reibungsloser Übergang in die Fußballpolitik gelang.

Beim 10. Außerordentlichen UEFA-Kongress im Mai 2007 in Zürich wurden Änderungen an den Statuten vorgenommen, die unter anderem zur Entstehung des Strategischen Beirats für Berufsfußball (SBBF) führten. Diesem gehören die Vizepräsidenten der UEFA sowie Vertreter der europäischen Vereine, Ligen und Spieler an. Eine weitere Änderung bestand darin, den Leiter der UEFA-Administration wieder Generalsekretär zu nennen, und am 1. Juni 2007 wurde David Taylor, bis dahin Geschäftsführer des Schottischen Fußballverbands, zum neuen UEFA-Generalsekretär ernannt.

Michel Platini lobte die Schaffung des SBBF beim Außerordentlichen UEFA-Kongress in Zürich als „wichtigen Schritt, um die Fußballfamilie näher zusammenzubringen.“ Die anschließende Gründung der Europäischen Klubvereinigung (ECA) und die Unterzeichnung einer Grundsatzvereinbarung zwischen der UEFA, als europäischem Dachverband, und der ECA, als Vertreterin der Klubs, haben eine neue und harmonische Zeit im europäischen Fußball eingeläutet.

Intensive Gespräche zwischen der UEFA und den Interessenträgern des Fußballs führten auch zu Formatänderungen in den UEFA-Klubwettbewerben, die im November vom UEFA-Exekutivkomitee verabschiedet wurden: In der Saison 2009/10 wurde der UEFA-Pokal nach 37 Jahren durch die UEFA Europa League mit einer Gruppenphase mit 48 Mannschaften ersetzt. Der Wettbewerb wurde dadurch in sportlicher und kommerzieller Hinsicht enorm aufgewertet.

Die UEFA EURO 2008 in Österreich und der Schweiz war sportlich und finanziell ein voller Erfolg. Schon in der Vorbereitung auf diesen Höhepunkt traf die UEFA einen wegweisenden Entscheid und vergab die UEFA EURO 2012 im April 2007 erstmals nach Osteuropa – an Polen und die Ukraine. Im September 2008 beschloss das UEFA-Exekutivkomitee zudem, das Teilnehmerfeld der EURO 2016 von 16 auf 24 Mannschaften aufzustocken. Im Mai 2010 wurde Frankreich zum Ausrichter dieser EM-Endrunde bestimmt.

Der unermüdliche Kampf der UEFA für das Wohlergehen des europäischen Fußballs wurde fortgeführt. Eine Null-Toleranz-Politik wird insbesondere gegen Gewalt und Rassismus verfolgt. Auch soziale Verantwortung wird bei der UEFA groß geschrieben. Hilfestellung gab es unter anderem für Fußballverbände, die von Naturkatastrophen heimgesucht wurden, obdachlose Fußballer, behinderte Spieler und Fußballer mit Lernbehinderungen sowie für Jugendliche in Krisenregionen. Außerdem profitieren alle Mitgliedsverbände von dem ambitionierten Unterstützungsprogramm HatTrick.

Intensive politische und diplomatische Verhandlungen mit der Europäischen Union über zahlreiche Themen stehen regelmäßig auf der UEFA-Agenda. Die UEFA steht auch im ständigen Dialog mit den Fans: 2007 wurde erstmals ein Treffen mit Fanvertretern veranstaltet, welche die UEFA als Lebenselixier des Fußballs betrachtet. Der Kampf gegen Doping, Bestechung und illegale Wetten geht unvermindert weiter. 2009 wurde ein Frühwarnsystem zur Aufdeckung betrügerischer Wetten eingeführt, das mehr als 30 000 Spiele pro Saison unter die Lupe nimmt. Im September 2009 schließlich bewilligte das UEFA-Exekutivkomitee das Konzept des finanziellen Fairplays (FFP), das für mehr finanzielle Gerechtigkeit und Stabilität in den Europapokal-Wettbewerben sorgen soll.

Im September 2009 ließ das Exekutivkomitee die Marketingstrukturen der UEFA überprüfen und gab anschließend grünes Licht für die Gründung einer neuen Tochtergesellschaft: Die UEFA Events SA ist seither für die kommerziellen Belange der UEFA zuständig. David Taylor wurde zum 1. Oktober 2009 zum CEO der UEFA Events SA ernannt, gleichzeitig wurde der stellvertretende UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino zum Generalsekretär befördert und trat sein neues Amt noch am selben Tag an.

Die Arbeit der UEFA beruht auf elf Schlüsselwerten – entsprechend der Zahl der für ein Fußballteam benötigten Spieler. Diese Werte sollen der UEFA als Basis für ihre Aktivitäten sowie den Dialog als Vertreterin des europäischen Fußballs mit Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Sportwelt dienen. Michel Platini stellte die elf Schlüsselwerte beim XXXIII. Ordentlichen UEFA-Kongress im März 2009 in Kopenhagen, Dänemark, vor. Sie decken die ganze Bandbreite der UEFA-Aktivitäten ab – von Einheit und Führung, Good Governance und Wahrung der Autonomie bis hin zum Schutz und der Förderung der Jugend, der Integrität des Sports und dem finanziellen Fairplay – mit dem Versprechen, dass der Fußball bei allem, was die UEFA tut, immer an erster Stelle stehen wird.

Am 22. März 2011 wurde Michel Platini beim XXXV. Ordentlichen UEFA-Kongress in Paris per Akklamation wiedergewählt. Er führte den Kampf gegen Bestechung, das finanzielle Fairplay und die Notwendigkeit, die grundlegenden Werte des Fußballs für künftige Generationen zu schützen, als wichtigste Prioritäten für die kommenden Jahre an.

Die UEFA EURO 2012 in Polen und der Ukraine wurde zu einem überwältigenden Erfolg, auf und abseits des Rasens – ein wahres Fest des Nationalmannschaftsfußballs. Im Dezember 2012 beschloss das UEFA-Exekutivkomitee, die UEFA EURO 2020 in verschiedenen Städten Europas durchzuführen. 13 Metropolen werden dann Gastgeber der „EURO für Europa“ sein – damit erhalten einige Länder und Städte die Gelegenheit, bei einem Turnier als Gastgeber zu fungieren, das sie niemals alleine ausrichten könnten.

Im Sommer 2012 endete eine vierjährige Versuchsphase mit der Einführung zweier zusätzlicher Schiedsrichterassistenten. Diese positionieren sich neben den Toren, um vor allem auf das Spielgeschehen im Strafraum zu achten. Diese Änderung wurde in die Spielregeln aufgenommen und in allen großen UEFA-Wettbewerben eingeführt. Auch die Maßnahmen des finanziellen Fairplays zeigten Wirkung und im Juni 2012 gründete die UEFA die aus zwei Kammern bestehende Finanzkontrollkammer für Klubs – ein Disziplinarorgan der UEFA – um das FFP zu stärken. In diesem Zusammenhang sprach sich das UEFA-Exekutivkomitee im Dezember 2012 auch entschieden gegen Dritteigentümerschaften an Fußballspielern aus und forderte ein grundsätzliches Verbot dieser Praxis.

Auch der Frauenfußball floriert, nicht zuletzt dank der Kooperation der UEFA mit ihren Nationalverbänden im Rahmen des Frauenfußball-Entwicklungsprogramms. Einen Schub erhielt auch der europäische Jugendfußball durch die Einführung der UEFA Youth League in der Saison 2013/14.

Für die europäischen Qualifikationswettbewerbe der Nationalmannschaften wurde ein zentrales Vermarktungssystem eingeführt. Dadurch erhalten die Spiele der Nationalmannschaften größere Aufmerksamkeit und die Verbände mehr finanzielle Stabilität. Im Oktober 2012 vergab das UEFA-Exekutivkomitee die Verwertung der kommerziellen Rechte an den Nationalmannschaftswettbewerben an CAA Eleven, ein Unternehmen, das sich im Namen der UEFA exklusiv um den Verkauf der Übertragungs-, Sponsoring- und Lizenzrechte kümmert.

Auch 2013 kämpfte die UEFA mit aller Entschlossenheit gegen negative Erscheinungen im Fußball. Beim XXXVII. Ordentlichen UEFA-Kongress in London verabschiedeten die UEFA-Mitgliedsverbände eine Resolution, die den Kampf gegen Rassismus weiter forcieren soll. Zudem führte die UEFA schärfere Maßnahmen gegen all jene ein, die sich des Rassismus und der Manipulation von Spielen schuldig machen. Die Zahl der europäischen Nationalverbände ist mittlerweile auf 54 angewachsen, seit beim Kongress in London die Aufnahme Gibraltars beschlossen wurde.

Im Mittelpunkt aller Visionen der UEFA steht aber weiterhin der Fußball. „Alles ist möglich“, sagte Michel Platini bei seiner Wiederwahl im März 2011. „Was zählt, ist, dass unsere Überzeugung und Leidenschaft für den Fußball erhalten bleibt, der immer noch ein Spiel ist, und dass wir uns stets von den Werten Transparenz, Verantwortung, Öffnung, Exzellenz und Einheit leiten lassen […]. Wir haben insbesondere die Pflicht, an die nächste Generation zu denken. An den Fußball zu denken, den wir unseren Kindern und Kindeskindern hinterlassen wollen. Wir müssen weiter mutig sein und die Entscheidungen treffen, die notwendig sind, um den Fußball so zu erhalten, wie wir ihn lieben.“

Letzte Aktualisierung: 13.02.17 20.29MEZ