Elf Schlüsselwerte

Die Arbeit der UEFA orientiert sich an elf Schlüsselwerten – die Zahl entspricht nicht ohne Grund der Anzahl von Spielern in einer Fußballmannschaft.

UEFA-Präsident Michel Platini stellte die elf Werte im März 2009 in seiner Rede an die Delegierten des XXXIII. Ordentlichen UEFA-Kongresses in Kopenhagen vor. Anwesend waren Vertreter der UEFA-Nationalverbände, Delegierte der weltweiten Fußballfamilie und weitere Gäste.

Die Werte sollen als Basis der UEFA-Aktivitäten und des Dialogs mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Sport dienen.

Sie beinhalten die Prämisse, dass der Fußball – und die Notwendigkeit, seine Interessen zu schützen – immer an erster Stelle der Arbeit der UEFA stehen muss. Die UEFA muss ihrem Führungsanspruch gerecht werden, aber dennoch in Übereinstimmung mit allen Interessengruppen des Fußballs handeln.

Ein wichtiges Element ist die Good Governance – Offenheit, Demokratie, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein –, mit der die UEFA die Autonomie des Sports verteidigt. Die Förderung des Breitenfußballs, die Stärkung der Solidarität und die Bewahrung der Identität des Fußballs sind weitere wichtige Aspekte der Arbeit des europäischen Dachverbands.

Im Rahmen ihrer elf Werte verspricht die UEFA, jugendliche Fußballer zu schützen. Ihre moralische Verantwortung greift vor allem beim Risiko internationaler Transfers von Jugendlichen unter 18 Jahren. Weiterhin gilt es, die Integrität des Sports gegen negative Phänomene wie illegale Wetten, Bestechung und Spielmanipulationen zu verteidigen. Auch der reguläre Ablauf der UEFA-Wettbewerbe ist wichtig beim Versuch, den wahren Geist des Sports zu bewahren.

Die UEFA ist entschlossen, ihre Politik des finanziellen Fairplays durchzusetzen, da sie dem Klubfußball eine größere Stabilität garantiert. Sie hat finanziellen Auswüchsen, die in der Vergangenheit die Existenz vieler Klubs bedroht haben, den Kampf angesagt und es sich zur Aufgabe gemacht, den sportlichen Wettbewerb und die Vereine selbst zu schützen.

Die Balance zwischen Nationalmannschafts- und Klubfußball sollte bewahrt werden, sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Fußballs. Zudem gilt es, eine Atmosphäre des Respekts im Fußball zu schaffen, Respekt vor dem Fußball, der Integrität, der Vielfalt, Würde und Gesundheit der Spieler, dem Regelwerk, den Schiedsrichtern, Gegnern und Fans. Es darf keinerlei Toleranz geben gegenüber Rassismus, Gewalt und Doping.

Schließlich ist es der UEFA ein wichtiges Anliegen, die Spezifität des Sports sowie das europäische Sportmodell, das auf Auf- und Abstieg basiert, ebenso zu verteidigen wie das Solidaritätsprinzip und das Offenstehen der Wettbewerbe für alle.

  • 1

    Priorität für den Fußball

    Der Fußball muss immer an erster Stelle stehen und uns in unserem Handeln leiten. Der Fußball ist zunächst ein Spiel und kein Produkt, ist zunächst ein Sport und kein Markt, ist zunächst ein Spektakel und kein Geschäft.

  • 2

    Pyramidenstruktur und Subsidiarität

    Auf internationaler und europäischer Ebene kommt die Autonomie des Sports in der Pyramidenstruktur des Fußballs zum Ausdruck. FIFA, UEFA und Nationalverbände arbeiten zusammen unter Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips. Auf diese Weise können wir die Interessen des Fußballs am besten verteidigen.

  • 3

    Einheit und Leadership

    Die UEFA agiert nicht mittels Diktat. Wir haben eine Führungsrolle inne, handeln aber auch immer im Sinne des Konsens. Neben den Nationalverbänden binden wir alle Akteure (Ligen, Klubs, Spieler) in den Entscheidungsfindungsprozess innerhalb des europäischen Fußballs ein, insbesondere über den Strategischen Beirat für Berufsfußball, damit das Exekutivkomitee die richtigen Entscheide treffen kann. Und wir werden engere Beziehungen mit Fußballfans anstreben, ohne die es den Profifußball nicht gäbe.

  • 4

    Good Governance und Autonomie

    Die UEFA und ihre Mitgliedsverbände setzen sich für die Good Governance ein. Good Governance bedeutet Öffnung, Demokratie, Transparenz und Verantwortung. In diesem Sinne verteidigt die UEFA die Autonomie der Sportstrukturen, damit die Fußballorgane - allen voran die Nationalverbände - die letzte Entscheidungsinstanz in Angelegenheiten betreffend den Fußball bleiben und es zu keiner unangemessenen Einmischung von Regierungen kommt.

  • 5

    Breitenfußball und Solidarität

    Der Breitensport für Frauen, Männer, Mädchen und Jungen stellt die Basis des Fußballs dar. Die höchste Profistufe ist nur die Spitze des Eisbergs. Die UEFA wird das Solidaritätsprinzip aufrechterhalten und sogar stärken, um die Zukunft des Fußballs zu schützen und den Nutzen, den unser Sport der gesamten Gesellschaft bringt, zu wahren. Da der Breitenfußball den Fußball so stark macht, muss die lokale, regionale und nationale Identität unseres Sports, natürlich unter Einhaltung der Gesetze, geschützt werden.

  • 6

    Jugendschutz und Ausbildung

    Als Führungsinstanz des europäischen Fußballs trägt die UEFA nicht nur eine sportliche, sondern auch eine moralische Verantwortung. Internationale Transfers Minderjähriger bergen große Risiken. Es darf nicht vergessen werden, dass Spieler unter 18 Jahren Kinder sind. Wir wollen die Zukunft der Kinder schützen und verhindern, dass sie in einem zu jungen Alter aus ihrer vertrauten Umgebung herausgerissen und in fremde Länder transferiert werden.

  • 7

    Sportliche Integrität und Wetten

    Wetten sind eine Einnahmequelle, stellen jedoch auch eine Gefahr für den Fußball und insbesondere die Integrität von Wettbewerben dar. Es muss zwar sichergestellt werden, dass der Fußball einen fairen Anteil der Einnahmen aus dem Wettgeschäft erhält. Dennoch muss unser Hauptaugenmerk weiterhin dem bedingungslosen Engagement für den Schutz der sportlichen Integrität gelten, um die wahre Seele unseres Sports zu erhalten.

  • 8

    Finanzielles Fairplay und Regularität der Wettbewerbe

    Die UEFA setzt sich auch neben dem Spielfeld für Fairplay ein. Finanzielles Fairplay bedeutet, dass die Klubs transparent und verantwortungsvoll arbeiten, um den sportlichen Wettbewerb und sich selbst zu schützen. Finanzielles Fairplay bedeutet, dass die Klubs in keine Schuldenspirale geraten, um mit ihren Rivalen zu konkurrieren. Dieses Ziel wird erreicht, wenn die Klubs mit ihren eigenen Mitteln bestehen können, das heißt mit den Ressourcen, die sie generieren.

  • 9

    Nationalmannschaften und Klubs

    Nationalmannschafts- und Klubfußball sind zwei unentbehrliche und sich ergänzende Komponenten des Fußballs. Die UEFA setzt sich weiter für die Erhaltung und sogar die Stärkung dieses Gleichgewichts ein, da die Entwicklung des Fußballs auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene davon abhängt.

  • 10

    Respekt

    Respekt ist ein wichtiger Grundsatz im Fußball. Respekt gegenüber dem Spiel, der Integrität, der Verschiedenartigkeit, der Würde, der Gesundheit der Spieler, den Spielregeln, dem Schiedsrichter, dem Gegner und den Fans. Unsere Botschaft ist klar. Null Toleranz gegenüber Rassismus, Gewalt und Doping. Fußball eint die Völker und überkommt Unterschiede. Für die UEFA ist nur die Farbe des Trikots wichtig und so wird es auch immer bleiben. Rassismus und Diskriminierung werden in keinerlei Weise toleriert, genauso wenig wie Gewalt auf dem Spielfeld oder in den Zuschauerrängen. Der Fußball muss mit gutem Beispiel vorangehen.

  • 11

    Europäisches Sportmodell und Besonderheit des Sports

    Die UEFA ist eine europäische Organisation und wir bleiben voll und ganz dem europäischen Sportmodell verpflichtet, einem Modell, das durch das Prinzip von Auf- und Abstieg, das Solidaritätsprinzip, aber auch durch offene Wettbewerbe und Chancengleichheit geprägt ist. Denn darum geht es im Sport - und insbesondere im Fußball. Dieses Modell muss geschützt werden, denn der Sport ist kein gewöhnlicher Wirtschaftszweig (ein Geschäft) und die UEFA wird nicht zulassen, dass er als solcher behandelt wird. Wir werden uns weiterhin für die Anerkennung der Besonderheit des Sports einsetzen und sind zuversichtlich, dass sich unsere Argumente zum Wohle des Fußballs durchsetzen werden.